Metaphysische Blickwinkel: 4. Festival des spirituellen Films


Filmplakat: "Leonard Cohen:I´m Your Man

Vom 4. bis 7. November zeigt das 4. Festival des spirituellen Films Berlin zwölf neue und ältere Filme, die sich dem Thema Spiritualität aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Eröffnet wird das Festival von der filmischen Studie „Ilse Middendorf: Atem – Stimme der Seele„. Der Filmemacher Gerd Conradt zeigt ein Porträt der Grande Dame der Atemtherapie, Ilse Middendorf, und ihrer ganzheitlichen Heilmethode des „Erfahrbaren Atems“. Dabei handelt es sich um die letzten Aufnahmen vor dem Tod der Berlinerin, gedreht in ihrem Institut, dem ehemaligen Ballsaal der Prinzessin Viktoria Luise. Neben weiteren Dokumentationen und Abenteuerfilmen, einer Langen Filmnacht und einer Premiere werden zahlreiche Gäste die Vorführungen begleiten. Der Höhepunkt des Festivals ist die Erstaufführung von „Sharing the Presence„, der aktuelle Film von Thomas Hübl.

Sein Film ist ein Selbstporträt und gibt Einblicke in die Arbeit und Lehren des spirituellen Lehrers Hübl, der mit seiner Theorie „Sharing the Presence“ für eine Mystik innerhalb der Gesellschaft und eine „Wir-Kultur“ im sozialen Leben eintritt. Weitaus unprätentiöser und selbst für unspirituelle Zeitgeister ein Segen ist Lian Lunsons Künstlerporträt „Leonard Cohen: I´m Your Man„. In den 90er Jahren zog sich der Sänger und Schriftsteller Cohen vom Musik-Geschäft zurück und ging in ein buddhistisches Kloster. „I’m Your Man“ zeigt Cohen mit seinem Lehrer, einem japanischen Roshi, von dem er sich 1996 als Jikan – der Stille – ordinieren ließ und als dessen persönlicher Assistent er diente. Der Film ist eine liebevoll zusammengestellten Mischung aus Konzert-Mitschnitten – mit Song-Interpretationen von namhaften Künstlern wie U2, Nick Cave und Rufus Wainwright – und Interviews mit Cohen, Freunden und Bewunderern, produziert von Mel Gibson.

Filmszene: "Die Geschichte vom weinenden Kamel"

Die Geschichte vom weinenden Kamel“ (Byambasuren Davaa, Luigi Falorni) erzählt von einer mongolischen Nomadenfamilie, die mit ihrer Schafherde durch die Wüste Gobi zieht, um ein neu geborenes, weißes Kamel zu retten, das von seiner Mutter verstoßen wurde. Durch den Klang einer Pferdekopfgeige wird die Kamelmutter in einem Hoos-Ritual dazu gebracht, ihr Junges doch anzunehmen. Zu einem spirituellen Film wird diese poetische Dokumentation durch den selbstverständlichen Respekt, der hier den Tieren entgegengebracht wird, und den ständig präsenten Sinn dafür, dass sie zugleich unauslotbar fremd und uns doch nahe sind in ihrem Bedürfnis nach Nahrung und Zuwendung.

In „Glück ist die Freiheit von Vorstellungen“ begegnen sich der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh und der Linken-Politiker Gregor Gysi. Ein Gespräch über Buddhismus und Sozialismus, über linke Politik und die Frage nach dem Glück.

4. Festival des spirituellen Films Berlin Gotischer Saal, Schmiedehof 17, (im Viktoria Quartier, Zugang über die Methfesselstraße 24–40) 10965 Berlin-Kreuzberg, www.nirwana-events.de, Eintritt: Einzelkarte: 9/7 €, Dauerkarte: 80/65 €, Lange Nacht: 20/15 €


Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,