Mehr sein, als "nur" Film



Vor fast zehn Jahren, im Dezember 2003, fand die erste Globale statt. In dem globalisierungskritischen Filmfestival sieht eine basisdemokratisch agierende Gruppe aus Politaktivisten, Kinomachern und Studierenden, die das Festival organisieren, seitdem eine passende Möglichkeit der politischen Teilhabe. Und doch ist die globale nur schwerlich mit typischen Filmfestival-Kriterien zu bewerten, da die Filme zwar die thematischen Schwerpunkte setzen, das Festival sich aber ebenso durch seine Workshops, Ausstellungen, Lesungen und generell den politischen Aktionsraum definiert. Die globale will immer mehr sein, als „nur“ Film.

Ein Unterfangen, das bei der letzten Ausgabe 2011 gelang. Unser Autor Joris J. resümierte in seinem Festivalbericht: „Die Globale hat mit wirklich guten Filmen und einer tollen Atmosphäre ihr Scherflein dazu beigetragen, weltweites Misswirtschaften aufzuzeigen ohne allzu sehr mit dem pädagogischen Zeigefinger herumzuwedeln.“


Sehr empfehlenswert aus dem aktuellen Jahrgang ist „Call me Kuchu“ (Freitag, 12. April 18.45 Uhr im Eiszeit Kino) von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright, der 2012 auf der Berlinale lief und als beste Dokumentation mit dem Teddy Award auszeichnet wurde. Die Doku begleitet den 2011 ermordeten David Kato, den ersten schwulen Aktivisten Ugandas, und eine kleine Gruppe „Kuchus“ (Synonym für „Queer“) beim täglichen Kampf gegen die gewalttätige Homophobie in Uganda. Unsere Autorin Verena Manhart schwärmte in ihrer Filmkritik:
Call me Kuchu“ ist ganz nah dran an den wenigen Mutigen Ugandas, zeigt aber auch die Fanatiker in geradezu unerträglicher Nähe. So lässt der Herausgeber des „Rolling Stone“ in epischer Breite seinen Vorurteilen gegen Homosexuelle freien Lauf, seinen Wünschen, wie man mit ihnen umgehen solle und laut lacht über den Vorwurf, sein Blatt hetze die Leser auf. (…) Denn diese Dokumentation muss gesehen werden. Sie muss.

Seite: 1 2

7. April 2013 | In Globale

Schlagwörter: , , , ,