"Die Vorstellung, dass Projekte, die sich einmal etabliert haben, schon irgendwie von alleine laufen, ist eine Illusion"


Gabriela Zorn, Künstlerische Projektleiterin von "Kinder machen Kurzfilm!".

Gabriela Zorn, Künstlerische Projektleiterin von "Kinder machen Kurzfilm!".

Seit 2005 können sich Kinder der 4. bis 6. Klassenstufe aus Berlin (und seit 2012 auch aus Schwedt) unter professioneller Anleitung im Genre Kurzfilm austoben – dafür sorgt „Kinder machen Kurzfilm!“ Jetzt sind der 2011 als „Idee für die Bildungsrepublik“ ausgezeichneten Initiative wichtige Förderungen weggebrochen. Das reißt nicht nur ein großes Loch in die Finanzierung der aktuellen Produktion, sondern gefährdet das gesamte Projekt. Wir sprachen mit der künstlerischen Projektleiterin Gabriela Zorn über die aktuelle Spendenaktion „100 mal 100 in 100 Tagen“, die Förderpolitik für soziale Projekte und das Verschwinden an sich.

Frau Zorn, seit wann gibt es „Kinder machen Kurzfilm!“, wie ist das Projekt entstanden und was genau steckt dahinter?
Gabriela Zorn:
„Kinder machen Kurzfilm!“ entstand 2005 im Rahmen von interfilm. Dort gab es bereits eine Kindersektion, bevor 2008 mit dem KUKI ein eigenes Festival für Kinder- und Jugendfilme ins Leben gerufen wurde. Vor diesem Hintergrund wuchs die Idee heran, einen Workshop mit Kindern zu machen, bei dem ein eigener Film realisiert wird. Das war ein ganz kleines Ding, aber es kam so gut an, dass der Ansatz schnell weitergesponnen wurde. Ich habe damals bei interfilm mitgearbeitet und kam aufgrund meiner Vorerfahrungen im Bereich Theaterpädagogik, Jugendarbeit und der Zusammenarbeit mit Schulen an Bord, um mehr Kinder zu erreichen. Wir riefen einen Schreibwettbewerb an insgesamt fünf Berliner Schulen unterschiedlichster Bezirke aus. Zum Thema Natur und Umwelt sollten sich die Schüler spannende Geschichten einfallen lassen. Alexander Stein, Geschäftsführer von interfilm, und ich sind dann zur Vorbereitung in die Schulen gegangen und haben mit den Kindern eine Doppelstunde lang darüber diskutiert, was Kurzfilm eigentlich ist, wie man eine klassische Geschichte von einer filmischen Geschichte unterscheidet, wie man ein Drehbuch schreibt und so weiter.

An den Schulen kam das sicher gut an…
Das war ziemlich erfolgreich, die Schüler und die Lehrer haben das sehr gut angenommen. Und von da an wurde es von Jahr zu Jahr umfangreicher – 2007 waren bereits sieben Schulen beteiligt, 2008 haben wir kreative Schreibstunden realisiert, mittlerweile gibt es neben dem Schreibwettbewerb im Frühjahr und dem Produktionsworkshop in den Herbstferien auch einen Drehbuchworkshop, so dass die Kinder an jedem Schritt beteiligt sind. Seit 2012 führen wir unser Projekt neben Berlin auch im brandenburgischen Schwedt durch. Und auch finanziell hat sich das Projekt immer besser entwickelt und wir konnten höhere Fördersummen akquirieren.

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27. Juli 2013 | In Interfilm, KUKI - Kurze für Kids

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