Filmische Impressionen des polnischen Lebens in Deutschland



3Fragen – Generationen“ / „3Pytania – Pokolenia“ von Seweryn Żelazny ist dagegen ein ruhiger, nachdenklicher Film, der fünf Minuten lang nebeneinander die Gesichter von vier Frauen unterschiedlicher Generationen zeigt, denen je drei grundlegende Fragen über ihr Leben gestellt werden. Man sieht sie nicht sprechen, sondern hört nur ihre Antworten; am Anfang durcheinander, im zweiten Teil nach Alter geordnet. Ihre Antworten hätten von Frauen jeder Nationalität stammen können, was zeigt, dass unabhängig von der Herkunft, die Wünsche der Menschen recht ähnlich zu sein scheinen.

Der Protagonist des Films „Die Sonne in meinem Fernseher“ / „Słońce w mym telewizorze“ von Jan Walentek zog nach Deutschland, nachdem er hörte, dass es im Westen doch „ganz cool“ sei. Im Film sieht man ihn nur in Aufnahmen aus seinem persönlichen Archiv. Erstaunliche Bildmontagen illustrieren seinen Lebensweg, mal ernst, mal amüsant oder ironisch, während er seine Geschichte erzählt. Trotz aller Strapazen, die sein Leben in Deutschland mit sich bringt, bewahrt er sich immer eine positive Sicht auf die Dinge und scheint stets glücklich über das zu sein, was er hat und tut. Eine inspirierende Geschichte, die fast darüber hinwegtröstet, dass der 40-minütige vierte Film, „Europa Endlos“ / „Europa bez końca“ von Anna Maria Rożnowska aufgrund von Zeitmangel zwei Stunden nach hinten verlegt und deshalb leider nicht mehr von mir gesehen werden konnte.

Agata Czamanska

Der Text von Agata Czamanska entstand im deutsch-polnischen Programm „Über Filme schreiben ist über die Welt schreiben“ für junge Journalisten und Filmkritiker.

Weitere Beiträge bei Berliner Filmfestivals:

„Kino ist Mut. Kino ist Kultur“ von Nina Linkel.

Seite: 1 2

25. April 2014 | In filmPolska

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,