"Da ist soviel Gutes in diesem Bösen"


Regisseur Hossein Amini (rechts) und sein Star Viggo Mortensen bei der Weltpremiere auf der Berlinale. (c) Studiocanal

Regisseur Hossein Amini (rechts) und sein Star Viggo Mortensen bei der Weltpremiere auf der Berlinale. (c) Studiocanal

Nach äußerst erfolgreicher Arbeit als Drehbuchautor (u.a. „Drive„) führte Hossein Amini bei der Roman-Verfilmung „Die Zwei Gesichter des Januars“ erstmals Regie und erfüllte sich damit einen lang gehegten Wunsch, wie wir im Interview erfahren. Der im Iran geborene Amini erklärt weiter, wie entscheidend sein Hauptdarsteller Viggo Mortensen für das Werk war, wieso er Filmschnitt mit einer Art Schneeblindheit vergleicht und warum die Zuschauer Gauner mögen.

Herr Amini, bei „Die Zwei Gesichter des Januars“ haben Sie zum ersten Mal bei einem Spielfilm die Regie übernommen. Es war nach vielen erfolgreichen Drehbüchern sicher schwer zu entscheiden, welcher es wird, oder?
Hossein Amini:
Ich habe Highsmiths Buch vor 25 Jahren gelesen und ich wusste, das ist das Buch, bei dem ich Regie führen will, was aber einfach nicht klappte. Meine Karriere verlief ganz anders – und doch war es immer da. Ich las es immer wieder und es veränderte sich dabei, wenigstens in meiner Wahrnehmung. Irgendwann war es mal für fünf Jahre weg, dann aber wieder da. Chester war in meiner Erinnerung immer unheimlich gut aussehend, als ich es aber wieder las, sah er plötzlich nicht gut aus. Meine Adaption beruht genauso auf dem Buch, wie auf meinen unterschiedlichen Erinnerungen daran.

Was hat Sie an Patricia Highsmiths Romanvorlage gereizt?
Ich mag es, wie diese Charaktere am Anfang strahlen und am Ende als normale, geschlagene menschliche Wesen zurückbleiben.

Welche Rolle spielt Viggo Mortensen für den Film?
Er war mehr als nur Hauptdarsteller und immer ein vollwertiger Partner. Ohne ihn wäre der Film nicht entstanden. Ich war bei ihm, noch bevor irgendeine Finanzierung stand. Wir kennen uns, weil wir beim selben Agenten sind, ich zeigte ihm das Buch und er meinte, klar bin ich dabei – wenn du Regie führst.

Also hat er Sie als Regisseur gecastet?
Er hat mich als Regisseur akzeptiert.

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29. Mai 2014 | In Allgemein

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