Kubrick im Rückblick: Die menschliche Psyche im Ausnahmezustand


Das Plakat zur Kubrick-Retrospektive "Clockwork Kubrick"

Das Plakat zur Kubrick-Retrospektive “Clockwork Kubrick”

Vom 16. bis 27. Januar präsentiert das Babylon Mitte eine Retrospektive des Werks von Regisseur Stanley Kubrick. Der 1999 verstorbene US-Amerikaner, von jüdischen Eltern abstammend, kam über die Fotografie und den Dokumentarfilm Mitte der 1950er Jahre zum psychologisierenden, gesellschaftskritischen Spielfilm, der sein Markenzeichen werden sollte.

Unter dem Titel “Clockwork Kubrick“, der bereits an einen der großen Erfolge des Star-Regisseurs anklingt, kann der Besucher seine umfangreiche Filmkarriere überblicken. Man kann von einer groben Zweiteilung des Werks sprechen, die vor allem chronologisch, aber auch ästhetisch begründet ist.

Die ersten Filme von “Killer’s Kiss” (1955, “Der Tiger von New York“) über “The Killing” (1956, “Die Rechnung ging nicht auf“), “Paths of Glory” (1957, “Wege zum Ruhm“), “Spartacus” (1959) bis “Lolita” (1962) und “Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb” (1964, “Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“) sind in Schwarz-weiß gedreht. Die, zumindest auf den ersten Blick, einzige Gemeinsamkeit, da Handlungen der Filme unterschiedlicher kaum sein könnten.
Bereits in dieser Auswahl spiegelt sich Kubricks Vielfältigkeit in Bezug auf die verwendeten Genres wider. Kriminalfilm, Melodrama, Kriegsepos, Satire und gar Historienfilm finden zusammen. Extreme menschliche Gefühle wie Eifersucht, Angst, Gier und erotische Faszination sind dabei die beherrschenden, bevorzugten Themen. Die Erforschung der menschlichen Psyche, vor allem wenn sie sich in einem Ausnahmezustand befindet, bildet die inhaltliche Gemeinsamkeit von Kubricks gesamtem Schaffen.

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14. Januar 2015 | In Sonstiges | Kommentare deaktiviert

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