Eine Art Exzorzismus


Alex Moussa Sawadogo von Afrikamera.

Alex Moussa Sawadogo von Afrikamera.

Afrikamera geht in diesem Jahr in die achte Runde und präsentiert vom 10. bis 15. November aktuelle Filme mit Schwerpunkt auf der Region der großen Seen. Die Mehrzahl der Beiträge aus Ruanda, Burundi und dem Kongo verarbeiten Themen wie Genozid und Menschenrechte, bieten aber auch Einblicke in den Alltag ihrer Bewohner, die mit “normalen” Problemen konfrontiert werden, die nicht wesentlich anders sind als die unserer Gesellschaft. Berliner Filmfestivals hat sich mit dem Direktor Alex Moussa Sawadogo über seine Erfahrung mit dem Berliner Publikum und dem Film als Medium der Vergangenheitsbewältigung unterhalten.

Herr Sawadogo, welche Veränderungen hat Afrikamera seit dem Beginn des Festivals durchgemacht? Wie charakterisieren Sie Ihr Publikum?
Alex Moussa Sawadogo:
Jedes Jahr wird das Festival größer, sowohl in Bezug auf das Publikum als auch auf die Anzahl der Filme, die wir zeigen. Wir waren beispielsweise irgendwann gezwungen, den großen Saal (im Arsenal) zu nutzen, da der kleine nicht mehr reichte.
Wir können zudem feststellen, dass das Publikum uns über die Jahr treu geblieben ist. Viele kommen, um sich mehrere oder gar alle Vorführungen anzusehen. Nur wenige, kommen nur für einzelne Filme. Unser Publikum ist sehr unterschiedlich, darunter befinden sich Stundenten, aber viele Neugierige und Berliner, die etwas entdecken wollen.

In diesem Jahr widmet sich Afrikamera einem neuen Schwerpunkt. Können Sie uns erzählen, was es damit auf sich hat?
Die Besonderheit von Afrikamera ist, dass jedes Jahr ein Thema entwickelt wird, anhand diesem die Filme zusammengestellt werden. Dieses Jahr steht die Region der großen Seen im Vordergrund. Wir konzentrieren uns auf Burundi, den Kongo und Ruanda und wollen die Vielfalt der filmischen Produktion dieser Länder aufzeigen. Es sind nämlich ansonsten Länder, über die man nur in Bezug auf Genozid und Menschenrechtsverletzungen spricht, aber nicht was den Film betrifft. Die Themen der Filme beschränken sich auch nicht auf diese zwei erwähnten Themen, die natürlich eine wichtige Rolle spielen, sondern nehmen auch auf den Alltag der Bewohner und auf “normale” Probleme Bezug. Das Leben in der Gemeinschaft kommt hier zum Tragen. Denn ein “normales” Leben findet auch in dieser Region statt.

Wie kommt Ihr Programm zustande?
Wir suchen unsere Filme anhand der zuvor entwickelten Fragestellung und des gestellten Themas aus. Dafür rufen wir jedes Jahr zu Bewerbungen auf. Wir arbeiten des Weiteren viel mit den Filmfestivals zusammen, die zahlreich in Afrika verteilt stattfinden. Von diesen Festivals erhalten wir auch viele Filmvorschläge, die für unser Programm wichtig sind. Dann bin ich vielfach auch an Festivals außerhalb des Kontinents eingeladen, wo ich direkte Entdeckungen und Erfahrungen machen kann. Alles fließt in unser eigenes Programm mit ein.

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7. November 2015 | In AFRIKAMERA | Kommentare deaktiviert

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