Die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin sind Geschichte


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Tag 3 – Filmnachwuchs
Es geht um die großen Wendepunkte im Leben, um schwierige Vergangenheiten und ungewisse Zukünfte: Die Perspektive Deutsches Kino widmet sich dem Filmnachwuchs und wagt Ausblicke auf das Kino von Morgen. Es geht aber auch um Vergangenheitsbewältigung und dysfunktionale Familienbeziehungen, wie in Mascha Schilinskys Die Tochter” (hier unsere Kritik “Trennungskind mit Elektrakomplex“), der über eine komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen einem kleinen Mädchen, dem geliebten Vater und der fordernden Mutter erzählt. Während Adrian Goiginger mit Die beste aller Welten” (hier unsere Kritik “Mutterliebe im Drogensumpf“) seiner drogenabhängigen Mutter ein berührendes Denkmal setzt.

Tag 4 – 67. Berlinale mit Style
“Love is the shit”, verrät Shootingstar Ana Lily Amirpour im Gespräch, das sei ihre Inspirationsquelle. Die Regisseurin des als ersten iranischen Vampir-Westerns gefeierten “A Girl Walks Home Alone At Night” war eingeladen, um mit den Berlinale Talents über die Entwicklung ihrer Filmideen zu diskutieren. Style sei daneben mindestens genauso elementar, weshalb sie noch schnell ihren Lieblingsremix “Style is the answer” anspielen lässt, der einen Text Charles Bukowskis zitiert. Wahre Kunst verstehe sich deshalb als eine Kombination aus Risiko und Style.

Tag 5 – Party außer Kontrolle
“Um das Positive zu erkennen, muss man manchmal dem Negativen ins Gesicht sehen und darüber lachen”, sagt Regisseurin Sally Potter über ihren Wettbewerbsbeitrag The Party” (hier unsere Kritik “Bourgeoises Gemetzel), bei dem ordentlich die Fetzen fliegen. DAS Highlight des Berlinale-Tages. Was als kleine Feier unter Freunden der britischen Oberschicht beginnt, gerät außer Kontrolle und endet im munteren Zerfleischen der intellektuellen, politischen und wirtschaftlichen Klasse. Stars wie Patricia Clarkson, Bruno Ganz und Kristin Scott Thomas als aufsteigende britische Politikerin steigen in “The Party” gegeneinander in den Ring.

Tag 6 – Feste feiern
Berlin ist nicht nur im Februar der Nabel der Filmwelt. Während sich parallel zu den großen Internationalen Filmfestspielen Filmfeste wie die Woche der Kritik, Boddinale oder die Genrenale an der von Kosslick und Co kuratierten Bärenjagd reiben, kommen Cineasten auch im Rest des Jahres voll auf ihre Kosten. Über 60 Filmfestivals bereichern in den Monaten ohne Berlinale die Kinos Berlins und stehen für besonderen Film in all seinen Facetten. Gestern feierten über 20 im Netzwerk festiwelt organisierte Filmfestivals gemeinsam im Ritter Butzke bis spät in die Nacht! Traditionell die Party, die niemand verpassen sollte und ein Statement für die bunte Festivalvielfalt der Stadt!

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21. Februar 2017 | In Internationale Filmfestspiele Berlin | Kommentare deaktiviert

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