Die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin sind Geschichte


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Tag 7 – Ehrenbär für Milena Canonero
Sie hat mit den ganz Großen zusammengearbeitet: Roman Polanski, Francis Ford Coppola und Wes Anderson. Die Berlinale würdigt das Lebenswerk der italienischen Kostümbildnerin Milena Canonero mit dem goldenen Ehrenbären. In der zugehörigen Hommage zeigt das Festival zehn Filme namhafter Regisseure, die Canonero ausstattete. Besonders mit Stanley Kubrick arbeitete sie eng zusammen, weshalb anlässlich der Preisverleihung im Berlinale Palast der Klassiker “The Shining” aufgeführt wurde. Canonero vertritt eine Zunft, die wesentlich zur Wirkung eines Films beiträgt, aber dem Publikum unbekannt bleibt. Dies stört die scheue Canonero nicht, sie meidet öffentliche Auftritte.

Tag 8 – Quote
Es rappelt in der Kiste, doch noch immer äußerst verhalten. Nur vier von 18 Wettbewerbsfilmen, die um einen Bären konkurrieren, sind von Regisseurinnen. Im Vergleich zu Cannes eine super Quote. Fifty-Fifty ist bislang nur bei den Berlinale Talents erreicht, so der Programm Manager der Sektion, Florian Weghorn. Doch das ist nur ein Anfang, schließlich gilt es nicht nur die Produktionsbedingungen und Gremien zu reformieren, sondern auch die oft einseitigen Narrative, was die 2017er Wettbewerbs-Werke zu Männerfiguren wie Django, Marx, Beuys oder Giacometti zeigen.

Tag 9 – Der Countdown läuft
Schietwetter draußen, Silber- und Goldregen drinnen. Nach zehn Tagen verteilt die Berlinale am Abend ihre Bären. Wohl keine leichte Aufgabe für die Jury, trotz Highlights wie “The Party” oder “Die andere Seite der Hoffnung“, dem letzten Film von Kaurismäki. Jurypräsident Paul Verhoeven hatte auf Kontroversen gehofft, die waren nicht auszumachen im Wettbewerb. Die Spannung ist also groß. Gestern gab es bereits den Gläsernen Bären für den britischen Film “Butterfly Kisses” in der Sektion Generation 14plus und den Compass Perspektive Award für das berührende Drama “Die Beste aller Welten”.

Tag 10 – Strahlende Sieger
Die Berlinale-Bären sind vergeben! Die Jury um Paul Verhoeven verlieh den Goldenen Bären für den Besten Film an “On Body and Soul” der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi. Verspielt bringt die Komödie zwei einfühlsame Menschen im sterilen Umfeld eines Schlachthauses zusammen. Humor stand 2017 hoch im Kurs: Der Silberne Bär für die Beste Regie ging an Aki Kaurismäki und seine lakonische Tragikomödie Die andere Seite der Hoffnung” (hier unsere Kritik “Komplementärfarben der Menschlichkeit“). Den Preis für die Beste Schauspielerin nahm Min-hee Kim für ihre Rolle im koreanischen Film On the Beach Alone at Night” (hier unsere Kritik “Die schwermütige Liebe abstreifen“) strahlend entgegen.

Tagebuch-AutorInnen: Tatiana Braun, Denis Demmerle, SuT, Teresa Vena

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