Horror im Hinterzimmer


obscuraMeanwhile, behind the facade of this innocent looking café…
Was selbst wie der Beginn eines Horrorfilms klingt, ist lediglich eine gute Beschreibung für die Location des zweiten Obscura Filmfestivals in Berlin, das 2017 erneut das abseitige Kino in seinen schillerndsten Facetten zelebrierte. Ort des Geschehens war das kleine Café “DaWanda Snuggery” im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Umgeben von warmen Farben und hellem Licht beheimatet das Café die meiste Zeit des dreitägigen Festivals geschäftig in ihre MacBooks tippende Hipster und Mütter mit ihren jungen Sprösslingen auf dem Schoß. Während vorne auf Tastaturen wichtig Dinge getippt und Babys gefüttert werden, wird im Hinterzimmer gesägt, geblutet und gestorben.
Dort befindet sich ein kleiner Kinosaal für ca. 150 Leute, der bereits im letzten Jahr das erste Obscura Filmfestival beheimatete. Betreiber David Ghane, dessen Festival sich selbst als das “krassere Fantasy” bezeichnet, hat sich für das Obscura definitiv einen Ort ausgesucht, der einen harten Kontrast zum Inhalt der gezeigten Filme bietet.

Das Programm des Obscura Filmfestivals besteht aus 15 Langspielfilmen und 21 Kurzfilmen, von Ghane handverlesen zusammengestellt. Bei den meisten handelt es sich um deutsche Premieren, die das Filmfest im Originalton mit Untertiteln zeigt.

Eingestimmt wird das Publikum mit Filmen wie “Harvest Lake” und “I didn‘t come here to die“. Ersterer ist ein surrealer Trip in das Genre des Teenie-Backpacker-Sex-Horrors, Letzterer eine Horrorkomödie von 2010, die zwar handwerklich kein großer Wurf ist, jedoch einige Lacher und eine gute Portion Gore bietet.

Seite: 1 2 3

9. März 2017 | In Obscura Filmfestival | Kommentare deaktiviert

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.