Xposed: Filme über sexuelle Identität(en)


Xposed_2017_PlakatVom 11. bis 14. Mai geht im Kino Moviemento die zwölfte Ausgabe des Xposed International Queer Film Festivals an den Start. Treu nach dem Motto “experimentell, unangepasst, sex-positiv”, wie es die Festivalleiter Michael Stütz und Bartholomew Sammut ausdrücken, präsentiert sich auch in diesem Jahr das vielseitige Programm. Dabei hat das Publikum die Wahl zwischen Spielfilmen, Dokumentationen und Kurzfilmen, die in verschiedenen Vorführblöcken zusammengefasst sind.

Traditionellerweise mischen sich aktuelle mit ältere Filmproduktionen, die eine alternative Geschichte des homoerotischen Films nachzeichnen. Zu den historischen Beiträgen des diesjährigen Programms gehört Wieland Specks “Wrestler” von 1985. Der Film wurde als Fernsehspiel produziert und beschreibt die Geschichte eines jungen West-Berliners, der sich während eines Tagesausfluges in die DDR in einen Ost-Berliner verliebt. Um zusammensein zu können, nehmen die beiden hohe Gefahren in Kauf, die von einer Flucht in den Westen ausgehen. Speck fungiert seit über drei Jahrzehnten als führende Identifikationsfigur der Berliner Homosexuellengemeinde, indem er als Leiter der Sektion Panorama an der Berlinale offen für das Thema alternative Sexualitätsformen im Film ist und stellvertretend für den Teddy Award steht. Mit der Vorführung von “Wrestler” ehrt das Festival diese ikonische Person.

Eine ähnliche Stellung für die deutschsprachige und internationale homosexuelle Bewegung und insbesondere feministische Identität nimmt die österreichische Künstlerin und Filmemacherin Valie Export ein. Ihre Performances und Filme gelten als radikal feministisch und werden für den Mut und die Intensität bewundert, die sie ausstrahlen. Unter dem Titel “The Valie Export Experience” gibt das Festival dem Publikum die Möglichkeit, sich näher mit den Werken der Künstlerin zu beschäftigen, die selbst nach Berlin kommen wird.

Auch in den aktuellen Beiträgen geht es um Sexualität und insbesondere darum, inwiefern sie für die Identität eines jeden ausschlaggebend ist. In gewohnter Manier hat das Xposed Filme ausgewählt, die auf anbiedernde Entwürfe verzichten und insgesamt als kompromisslos bezeichnet werden können. Eine gewisse voyeuristische Tendenz ist nicht abzusprechen, doch meist dient sie einer authentischen Herangehensweise und Erzählung.

Teresa Vena

12. Xposed International Queer Film Festival vom 11. bis 14. Mai 2017 im Kino Moviemento.

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