Asian Film Festival Berlin: Immer in Bewegung


Ganz sprichwörtlich auf Spurensuche begibt sich der niederländische Regisseur Enang Wattimena mit seinem Film “Love“. Anhand eines alten Fotos seiner Urgroßmutter, einer Matriarchin aus dem indonesischen Aceh, das damals noch Teil der holländischen Kolonien war, möchte er mehr über seine familiäre Herkunft erfahren. Der Kurzfilm ist im Rahmen eines Workshops, dem CinemAsia FilmLAB in Amsterdam entstanden, von denen das Festival eine Auswahl der besten Filme präsentiert. Daneben gibt es noch zwei weitere Kurzfilmprogramme, die verschiedene Blickwinkel und Ausschnitte asiatischer Lebenswelten in Europa zeigen: “Vietnamese Diaspora Shorts” setzen sich mit der gerne übersehenen vietnamesischen Community in Deutschland auseinander, die weit mehr ausmacht als Großmärkte, Blumenläden und Zigaretten unterm Ladentisch.

Asian European Diaspora Shorts” wenden den Blick vor allem nach Frankreich, in das chinesisch geprägte Milieu und wollen mit einem anschließenden Panel der Frage auf den Grund gehen, ob Film-Netzwerke dabei helfen können, asiatisch-europäische Selbstrepräsentationen im internationalen Filmgeschehen sichtbarer werden zu lassen. Es diskutieren unter anderem Frédéric Chau, französischer Schauspieler und Regisseur chinesischer Abstammung, bekannt geworden als Side-kick von Jamel Debbouze und Sprachführer der asiatischen-französischen Gemeinde gegen Rassismus in Frankreich und Uisenma Borchu, mongolisch-deutsche Regisseurin und Bayerische Filmpreisträgerin 2015 mit Anna Hong Xian, einer der Kuratorinnen des Festivals.

Einen besonderen Schwerpunkt legt das Festival, das 2007 noch als “Asian Women’s Film Festival Berlin” (AWFF) an den Start ging vor allem auch auf weibliche Blickwinkel und präsentiert mit “Mrs. B – A North-Koren Woman” des südkoreanischen Regisseurs Jero Yun einen engagierten Dokumentarfilm über eine entschlossene Frau, die ihre Familie und die nordkoreanische Heimat verlässt und sich auf eine abenteuerliche und schmerzhafte Flucht über China, Laos und Thailand nach Südkorea begibt, auf der Suche nach einem besseren Leben und ein bisschen Glück.

Filme, wie “Schau mich nicht so an” der mongolisch-deutschen Regisseurin Uisenma Borchu räumen mit dem Klischee der passiven und emotional kontrollierten asiatischen Frau auf.

Weiterlesen: Hier unsere Kritik “Erfrischend und herausfordernd: Uisenma Borchus Spielfilmdebüt” zu “Schau mich nicht so an“…

Und der Animationsfilm “Window Horse” der kanadischen Filmemacherin und Zeichnerin Ann-Marie Fleming erzählt die zauberhafte Geschichte einer jungen Frau, die von einem Leben als Dichterin träumt.

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