Interview "As duas Irenes": Ein Vater - zwei Familien


Es gibt ein Kleidungsstück, das eine besondere Rolle spielt. Irene nimmt Kontakt zu der Zweitfamilie auf und bekommt von der Mutter der anderen Irene ein Top geschenkt, das sie daraufhin oft trägt, auch in ihrem Elternhaus, um eine Reaktion zu provozieren. Ihre Eltern halten das Kleidungsstück für zu freizügig und wollen nicht, dass Irene es trägt. Was steckt hinter dieser Idee?
FM:
Irene möchte das tun, was sie tut. Ihr Vater ist der Erste, der sie in dem Top hereinkommen sieht. Er sagt schließlich, es sehe nett aus. Irene ist so müde, aber sie will weitermachen. Sie will dieses Doppelleben nicht mehr.
Ich habe während der Recherche viel mit meiner Tante gesprochen und eine Sache war, dass meine Großmutter sehr, sehr streng in diesen Dingen war. Wenn meine Tante sich etwas freizügiger kleidete, und meine Großmutter es sah, musste sie sich sofort bedecken. Meine Tante hatte große Angst vor der Reaktion meiner Großmutter. So entstand die Idee.

Was macht für euch das Besondere der Geschichte und das Besondere eurer Figuren aus?
Isabela Torres (IT):
Es war für mich schwierig und zugleich sehr interessant, eine Rolle zu spielen, die nichts mit mir persönlich zu tun hat. Vielleicht hat sie nicht gar nichts mit mir zu tun, aber es ist zumindest keine alltägliche Geschichte für Leute in unserem Alter.
Priscila Bittencourt (PB): Für mich war es sehr interessant, in eine Rolle zu schlüpfen, die einen ganz anderen Charakter hat als ich selbst. Die Geschichte ist auch sehr romantisch. Die ersten Begegnungen mit den Jungs, der erste Kuss im Kino… Das alles ist so anders, als ich es aus meinem eigenen Leben kenne.

Ist “As duas Irenes” Ihrer Ansicht nach ein Film für Jugendliche? Welche Message möchten Sie den jungen ZuschauerInnen mit dem Film senden?
FM:
Ich hatte nie geplant, den Film für ein junges Publikum zu machen. Ich habe den Film in erster Linie für meine Tanten gemacht. Ich war dann sehr überrascht und sehr glücklich darüber, dass der Film ein junges Publikum anspricht. Diese alte Geschichte, die Angst, in freizügiger Kleidung gesehen zu werden, das Flirten im Kino… Letztendlich geht es in meinem Film einfach darum, herauszufinden, wer man ist.

Die Fragen stellte Stefanie Borowsky für Berliner Filmfestivals.

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