14. achtung berlin: Qualität vor Exklusivität


Regisseur Karim Aïnouz kehrt mit "Zentralflughafen THF" nach Berlin zurück. © Juan Sarmiento

Regisseur Karim Aïnouz kehrt mit “Zentralflughafen THF” nach Berlin zurück. © Juan Sarmiento

Dokumentarfilmwettbewerb

Zentralflughafen THF

Darum geht es:
Seit 2015 werden die Hangars des historischen Flughafens Tempelhof als Notunterkunft für Geflüchtete genutzt. Im Zentrum der Dokumentation steht Ibrahim al Husseins Alltag in der Unterkunft. In Off-Kommentaren dokumentiert er fast tagebuchartig seine Gedanken zu diesem Ort, der Stadt und den Menschen. Hoffnungsvoll trägt er sich durch ein Jahr und drei Monate, um endlich anzukommen in einem neuen Leben. Überforderte Verwaltungen, Kommunikationshürden und die Widersprüchlichkeit zwischen der Welt da draußen und dem Leben in der lauten Unterkunft, die keine Rückzugsmöglichkeiten bietet, bestimmen seinen Alltag.  Regisseur Karim Ainouz stellt diese beiden Welten einander eindrücklich gegenüber und lässt die Bilder selbst Kommentar sein auf die unterschiedlichen und nebeneinander existierenden Lebensumstände.

Was du zum Film wissen musst:
Die Geschichte des Tempelhofer Flughafengeländes reicht bis auf das 12. Jahrhundert zurück. Der Ort zählt zu den historischsten in der Stadt. Templerorden, Kaiserparaden, KZ, Monument der Nationalsozialisten, Luftbrücke, Tempelhofer Freiheit. Ibrahim ist nach dem “schlimmsten Tag in seinem Leben”, dem Tag bevor er seine syrische Heimat verließ, hier gestrandet. Trotz des Chaos, der Widrigkeiten und des herausfordernden Nebeneinanders dieser zwei Welten, ist doch Hoffnung und Harmonie an diesem Ort zu spüren. Es ist die Ironie der Geschichte, dass aus diesem Ort der Zerstörung, ein Ort der Hoffnung wuchs. Und auch wenn die Geschichte des Flughafens im Film kaum eine Rolle spielt, so wird sie doch unwillkürlich miterzählt. SuT

Termine bei achtung berlin:
Do 12.4. 19:00 Uhr FaF
Fr 13.4. 21:15 UhrWolf
So 15.4. 11:30 Uhr Lichtblick

A Free Man

Darum geht es:
Ein junger Mann entscheidet sich auszusteigen. Er verlässt das traute Heim um als “Jiyujin” (freier Mensch) unter den Brücke und auf den Straßen Kyotos zu leben. Er frönt seinen Leidenschaften für die Musik und die Natur. Dann geht ihm das Geld aus. Es tun sich neue Fragen auf: Wie weit gehe ich, um nach meinen Idealen zu leben? Wie gehe ich damit um, wenn ich sie aufgeben muss?

Was du zum Film wissen musst:
Andreas Hartmann ist nicht nur Regisseur dieses ungewöhnlichen Porträts, sondern stemmt das Projekt zudem als Autor, Produzent und Kameramann. Beinahe eine One Man Show wäre da nicht der charismatische Träumer Kei vor der Kamera. – KLB

Termine bei achtung berlin:
SA 14.4. 22:15 Uhr BABYLON 2
SO 15.4. 19:00 Uhr DELPHI LUX
MO 16.4. 20:15 Uhr BABYLON 3

Swimming Pool am Golan

Darum geht es:
Filmemacherin Esther Zimmering erkundet ihre eigene Familiengeschichte und Identität. Sie ist in der DDR aufgewachsen. Ihre Eltern glaubten an das System. Aus der dritten Generation heraus erforscht sie: Was ist das Jüdische in mir? Nach dem Mauerfall kommt sie erstmals mit elf Jahren in Kontakt mit ihren Verwandten in Israel und der Kibbuzbewegung und ist fasziniert.

Was du zum Film wissen musst:
Filmemacherin Esther Zimmering verdient ihren Lebensunterhalt als Schauspielerin. An ihrem autobiografischen Film arbeitet sie neun Jahre. Große Teile des Films sind selbstfinanziert. Zimmering greift auf Tagebücher, Fotoalben, Stasiakten und Briefe als Dokumente zurück. 100 Stunden Material werden mit Cutterin Frederike Anders in eineinhalb Jahren in eine 90 minütige Dramaturgie gefasst. – KLB

Termine bei achtung berlin
SO 15.4. 17:30 Uhr BABYLON 1
MO 16.4. 22:15 Uhr BABYLON 2
DI 17.4. 18:00 Uhr TILSLITER

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5. April 2018 | In achtung berlin | Keine Kommentare »

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