Djukic: "Der Fokus liegt auf dem kurzen, künstlerischen Animationsfilm"



Viele Festivals sind ja radikal, was die Herstellungsdaten der Filme angeht. Ihr hingegen habt auch Filme aus 2016 im Wettbewerb. Was sind da eure Auswahl-Kriterien?
Wenn ein Film toll ist, dann möchten wir ihn unserem Publikum nicht vorenthalten, auch wenn er etwas älter ist. Da es so wenige Möglichkeiten gibt, diese Kurzfilme auf großer Leinwand zu sehen und die Filmemacher*innen meistens mehrere Jahre an ihren Filmen gearbeitet haben, erscheint es uns unangebracht, sich sklavisch irgendwelchen Jahreszahlen zu unterwerfen.

Das Festival of Animation Berlin findet im Theater unterm Dach, in der Wabe und im Zeiss-Großplanetarium statt. Warum habt ihr euch gegen eines der vielen Berliner Kinos als klassischen Vorführort entschieden?
Wir haben uns dieses Jahr wieder gegen das klassische Kino entschieden, da Kinos nicht unbedingt zum langen Verweilen und Abhängen einladen, uns aber das Gespräch zwischen und mit unseren Festivalbesucher*innen am Herzen liegt: Wir wollen als Festival ein Ort des Austauschs sein. Außerdem liegen einzelne Kinos zu weit auseinander und es würde viel Zeit kosten, immer hin- und herzufahren. Bei unseren Festivalorten kann man einfach hin und her laufen, eventuell begegnet man dem ein oder anderen bekannten Filmemacher auf dem Weg von einer Vorführung zur anderen im Ernst Thälmann Park. Wir könnten uns vorstellen, in den nächsten Jahren ein Open Air Screening im Park zu machen.

Ihr habt einen Programmpunkt, den ihr selbstbewusst „Berlins Beste“ nennt – was können die Zuschauer*innen dort erwarten?
Unsere erste Festival-Edition fand im Rahmen der Comic Invasion statt, daher haben wir letztes Jahr nur Animationsfilme von Berliner Filmemacher*innen gezeigt, die der Comic-Szene nahe stehen. Dieser Tradition möchten wir treu bleiben, da hier in Berlin so viele Animator*innen leben und tolle Filme machen. Es war auch diesmal eine Herausforderung für uns, aus den zahlreichen Einreichungen die interessantesten und spannendsten Filme auszuwählen – insgesamt hatten wir für diese Kategorie sogar mehr Einreichungen als für den Deutschen Animationsfilm Wettbewerb. In diesem Jahr wird unser Festival mit der Vorführung von „Berlins Beste“ eröffnet.

Die Fragen stellte Marie Ketzscher.

Festival of Animation Berlin, von 7. bis 9. September 2018 im Theater unterm Dach, in der Wabe und im Zeiss-Großplanetarium.
Mehr Informationen unter: http://www.fa-berlin.com/

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4. September 2018 | In Festival of Animation

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