Retro zum 40. Jubiläum der Berlinale-Sektion Panorama


„Sto dnei do prikaza“ („100 Tage, Genosse Soldat“) von Regisseur Khusein Erkenov wird als Teil der Retrospektive zum 40. Jubiläum der Sektion Panorama bei der Berlinale 2019 zu sehen sein. Foto: © Edition Salzgeber

Das Panorama nutzt die nächste Berlinale 2019 für die Feier seines 40-jährigen Bestehens und bietet einen Blick auf die eigene Geschichte.

Unter dem Namen „Info-Schau“ rief 1980 der damalige Berlinale-Direktor Moritz de Hadeln die mittlerweile als Panorama geführte Nebensektion des Festivals ins Leben. Sie war von Anfang an als Plattform für den anspruchsvollen Autorenfilm gedacht, um im Vergleich zum offiziellen Wettbewerb Filmen Raum zu geben, die inhaltlich und formal Experimente eingingen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen der 1970er Jahre, die alternative Lebensentwürfe erlaubten und die Ausprägung von Subkulturen zur Folge hatten, riefen auch in der Kunst und im Film Innovationen hervor. Eine der Leitfiguren war Rainer Werner Fassbinder, der, flankiert von Persönlichkeiten wie Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Werner Herzog oder Hans-Jürgen Syberberg, internationale Aufmerksamkeit auf den deutschen Film lenkte. Die Leitung der Sektion übernahm 1980 Manfred Salzgeber, Besitzer des späteren Verleihs Salzgeber Edition und Forum-Mitbegründer. Von Anbeginn an präsentierte er die weltweit nachvollzogene Erneuerung des Mediums. Er lud Filmemacherinnen und Filmemacher wie Catherine Breillat („Tapage nocturne„, 1979), John Waters („Polyester„, 1981), Atif Yilmaz („Adak„, 1979) oder Helma Sanders-Brahms („Deutschland, bleiche Mutter„, 1980) ein, berücksichtigte gleichzeitig Filme aus Osteuropa, Asien und Lateinamerika und legte die Weichen für den Themenschwerpunkt auf das Schwullesbische Kino.

Auf diese Anfänge besinnt sich das Panorama in diesem Jahr zurück und stellt ein Programm vor, das aus insgesamt neun Langspielfilmen, drei Essay-Dokumentationen und elf Kurzfilmen besteht. Die Auswahl aus in den letzten 40 Jahren gezeigten über 1.800 Langfilmen und 600 Kurzfilmen soll nicht als Best-of verstanden werden, sondern als repräsentative Schau, die den Charakter der Sektion widerspiegelt. Es soll auch die Möglichkeit schaffen „von der Vergessenheit bedrohte Werke wieder[zu]entdecken und mit dem aktuellen Zeitgeschehen in Dialog [zu]bringen“, erklärt Wieland Speck.

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15. Dezember 2018 | In Internationale Filmfestspiele Berlin

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