Geisterbahn Deluxe, Retro-Horror mit Lagerfeuerromantik und Minimal-Psycho-Ekstase in einer Einstellung


Campfire Creepers: Midnight March“ von Alexandre Aja

Es war einmal mitten im Nirgendwo der USA, genauer gesagt im Camp Coyote. Eine Gruppe junger Menschen an der Schwelle zur Adoleszenz sitzt gemütlich ums Lagerfeuer. Sie grillen Marshmallows und erzählen sich Gruselgeschichten. Gestern habe sich etwas Unglaubliches zu getragen. Die Jungen wurden mitten in der Nacht von ihren Betreuern aus dem Bett geschmissen und es wurde eine Nachtwanderung unternommen. Stinky der Außenseiter bekommt es richtig heftig ab. Als eine Wolke den Vollmond preisgibt, wird aus Stinkys Wimmern ein animalisches Gekreische. Er wird sich auf blutige Weise mit seinen Bullys auseinandersetzen und jagt sie durch den Wald. Derber Humor und viele Schocker garantiert!
Midnight March“ ist Teil der VR-Retro-Horrorreihe „Campfire Creepers„, die in Europa genauso wie „Night Night“ von Dark Corners vertrieben wird und ist unter anderem im Oculus Store bereits erhältlich.

Mirror Man“ von Harry Chadwick

Drei Freundinnen bereiten sich zum Ausgehen vor, um sich die Zeit beim Lackieren der Nägel zu vertreiben, erzählen sie sich eine Gruselgesichte. Dazu wird eine Kerze vor den Spiegel gestellt, angezündet und eine Zauberformel aufgesagt. Sie können nicht ernst bleiben. Nichts geschieht. Ein zweiter Versuch: Ohne Rumalbern tragen sie die Zauberformel konzentriert im Chor vor. Als sie die Kerze auspusten wollen, erlischt die Flamme im Spiegel nicht… Die Spannung in „Mirror Man“ wird durch Minimalismus erzeugt. Die Kamera ist statisch an einem Punkt in der Mitte des Raumes fixiert. Um die Handlung zu verfolgen sind die Zuschauer*innen dazu gezwungen sich umzusehen. Das gelungene Sounddesign rundet die Umsetzung des einfachen Konzepts schauerlich ab.

Karl-Leontin Beger

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6. Dezember 2018 | In Interfilm

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