Streng subjektive Einschätzungen der Redaktion zum Berlinale Wettbewerb


Die 69. Berlinale neigt sich dem Ende entgegen, am Festival-Samstag verteilt die Jury um Juliette Binoche die begehrten Bären. Im folgenden benennen die Berliner Filmfestivals-AutorInnen ihre Favoriten und bewerten (von 1 schlecht bis 5 sehr gut) die Wettbewerbsbeiträge, die sie in den zurückliegenden acht Tagen sehen konnten.
Dabei fällt das starke Gefälle zwischen den Filmen auf, neben einer handvoll starken Filme, enttäuschten eine ganze Reihe von Beiträgen. Als klarer Liebling entpuppt sich mit „Systemsprenger“ einer der drei deutschen Beiträge.

Die große Überraschung im 2019er Wettbewerb der Berlinale: „God Exists, Her Name Is Petrunya“
von Teona Strugar Mitevska. © sistersandbrothermitevski

Henning Koch

1. „God Exists, Her Name is Petrunya“
Regie: Teona Strugar Mitevska
Bewertung: 5

Regisseurin Teona Strugar Mitevska übt sich in ihrer Satire über eine entschlossene Rebellin wider Willen in Medienkritik und Abgrenzung vom konservativen Establishment. Ein unterhaltsamer Kreuzzug gegen das orthodoxe System der Kirche und männliche Dominanz, der nicht nur in Mazedonien seine Gültigkeit besitzt.

2. „La paranza dei bambini“
Regie: Claudio Giovannesi
Bewertung: 5

Weiterlesen: Henning Kochs Kritik „Kids with Guns zu „Piranhas„…

3. „Öndög“
Regie: Wang Quan’an
Bewertung: 4

4. „Der Goldene Handschuh“
Regie: Fatih Akin
Bewertung: 3

Weiterlesen: Henning Kochs ausführliche Kritik zu „Der Goldene Handschuh“ von Fatih Akin…

5. „Mr. Jones“
Regie: Agnieszka Holland
Bewertung: 3

6. „The Kindness of Strangers“
Regie: Lone Scherfig
Bewertung: 1

In Nora Fingscheidts „Systemsprenger“ rebelliert Benni (Helena Zengel) gegen verschiedene Hilfen, die Kinder schützen sollen – und fällt tatsächlich durch diese Raster. © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Stefanie Borowsky

Systemsprenger – 5

„Systemsprenger“ ist mein Favorit, weil er sich gut recherchiert und klischeefrei eines wichtigen gesellschaftlichen Themas annimmt. Die Leistung der 10-jährigen Jungschauspielerin Helena Zengel, die mir schon bei der Berlinale 2017 in „Die Tochter“ von Mascha Schilinski positiv aufgefallen ist, finde ich in lauten und leisen Momenten herausragend. Chapeau, Helena!

Ich war zuhause, aber – 3

Weiterlesen: Stefanie Borowskys Kritik „Die unergründliche Poesie des Alltags zu „Ich war zuhause, aber„…

Grâce à Dieu – 2

Weiterlesen: Hier Stefanie Borowskys ausführliche Kritik zu „Grâce à Dieu“ von François Ozon…

Elisa y Marcela – 1
The Kindness of Strangers – 1

Claudio Giovannesis „Piranhas“ (OT: „La paranza dei bambini“) bringt eine Mafia-Geschichte aus Neapel mit nach Berlin. © Palomar 2018

Denis Demmerle

Systemsprenger – 5

Mit seiner Wucht und dank seiner Empathie zieht Nora Nora Fingscheidts „Systemsprenger“ uns Zuschauer vom ersten Moment an in seinen Bann. Die junge Benni, grandios gespielt von Helena Zengel, wächst einem ans Herz, auch wenn sie einen immer wieder vor Angst erzittern lässt. Wie sich das System der Hilfen an ihr die Zähne ausbeißt hinterlässt einen eher tieftraurig als ärgerlich, da alle ihr Bestes geben – und das doch nicht ausreicht.

Pirnaha/ La paranza dei bambini – 5

A Tale of Three Sisters/ Kiz Kardesler – 3

Weiterlesen: Hier Denis Demmerles ausführliche Kritik zu „Synonymes von Nadav Lapid…

Synonymes – 2
Der Goldene Handschuh – 2
Öndög – 2

Grâce à Dieu – 1

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