Berlinale Talents 2019: Von Fehlern, Filmen und Wünschen


Vom 9. bis zum 13. Februar 2019 sind 250 talentierte Filmschaffende aus aller Welt bereits zum 17. Mal im Rahmen von Berlinale Talents im Hebbel am Ufer zusammengekommen und widmeten sich dem 2019er Thema „Mistakes – How to fail better“. Die Talentförderinitiative und Networking-Plattform der Internationalen Filmfestspiele bietet neben den öffentlichen Screenings und Talks mit Gästen der Berlinale vor allem seinen Talenten die Möglichkeit, durch Project-Labs und Workshops sich und ihre Projekte weiterzuentwickeln. Deniz Sertkol-Bergner hat für Berliner Filmfestivals 4+1 Talents aus verschiedenen Sparten interviewt: Die Kamerafrau Anne Bolick, die Regisseurin Lisa Miller, die Schauspielerin Susana Abdulmajid und Production Designerin Miren Oller geben als Talents nachfolgend einen kleinen Einblick in ihr Schaffen – und dazu der Regisseur Lukas Feigelfeld, der das Festival Absagen musste, aber Erhellendes beitragen kann.

Die in Heidelberg aufgewachsene Schauspielerin und Dichterin ist Mitbegründerin der „Poetry Nights Berlin“ probt zur Zeit „Die Orestie“ in Belgien, unter der Regie Milo Raus. Sie spielte in Henrika Kulls „Jibril“ (2018 im Berlinale-Panorama) eine alleinerziehende Mutter, die sich in einen Häftling verliebt. Foto: Katharina Ivanisevic

Schauspielerin (und Dichterin) Susana Abdulmajid:
„Leidenschaftliche Beziehungen ohne Kalkül“

Was kann sich die deutsche Filmszene vom Ausland abschauen?
Schönheit & Bedingungslosigkeit.

Was war der große (berufliche) Fehler, den du wieder genauso machen würdest?
Erst im Alter von 27 Jahren, meinen ersten Film zu drehen – gleichzeitig war es der beste Start, den ich haben konnte!

Wenn du dein Leben lang nur einen Film sehen könntest, welchen würdest du auswählen?
Breaking the waves“ von Lars Von Trier.

Was möchtest du angehenden Filmschaffenden/Schauspielerinnen mit auf den Weg geben?
Ich würde mich freuen, wenn angehende Filmemacher und Schauspielerinnen, sich mehr in leidenschaftliche Beziehungen stürzen, mit sich selbst und anderen, ganz ohne Kalkül. Das ist Essenz – ich will das so gerne sehen!

Was wünschst du dir für dein Metier?
Ich wünsche mir mehr Kompromisslosigkeit – und wie bereits erwähnt: Schönheit.

Auf was freust du dich in der Talents-Woche persönlich am meisten?
Bei Talents freue ich mich auf die Filmschaffenden aus den arabischen Ländern. Ich möchte wissen, wie es ihnen geht, welche Hürden sie überwinden mussten, ob sie von Zensur betroffen sind und vor allem wie es um die Situation der Schauspielerinnen steht.

Geboren in Barcelona ist Miren Oller nach ihrem Grafik Design und Art Director Studium nach Berlin gezogen und hat bis 2015 an der TU Berlin Bühnenbild und Szenischer Raum studiert. Sie hat u.a.das Bühnenbild für Henrika Kulls „Jibril“ (Berlinale Panorama 2018) kreiert und arbeitet gerade an Dietrich Brüggemanns nächstem Film „“ sowie an Jean Pierre Bekolos TV-Serie „Our Wishes„. (c) Berlinale Talents

Production Design & Art Director Miren Oller
„Mehr Horizontalität“

Was kann sich die deutsche Filmszene vom Ausland abschauen?
„Improvising to improve“ / I want to break free

Was können sich andere Filmszenen von Deutschland abgucken?
„The 3 pre(s)“:
Pre-vision
Pre-cision
Pre-paration
.. und: „Toni Erdmann“ und Rainer Werner Fassbinder.

Was war der große (berufliche) Fehler, den du wieder genauso machen würdest?
Drei Projekte gleichzeitig anzunehmen.

Wenn du dein Leben lang nur einen Film sehen könntest, welchen würdest du auswählen?
Einen Film von Serjei Parajanov wie „The Color of Pomegranates“ könnte ich immer wieder ansehen, weil ich jedes mal visuell und konzeptuell etwas Neues verstehen und entdecken kann.

Was möchtest du angehenden Filmschaffenden/Set-Designerinnen mit auf den Weg geben?
Ich möchte andere motivieren, das zu finden, was ihnen am meisten Spaß im Leben macht! Wo auch immer das ist, es wird immer gut.

Was wünschst du dir für dein Metier?
Ich wünsche mir mehr kollaborative Arbeit mit den ‚Heads of department‘ – mehr Horizontalität im Team – und mehr Freiheit und Zeit mit der Szenografie zu experimentieren, um neue Wege zu finden.
Außerdem wünsche ich mir eine feministische Arbeitsatmosphäre (Gage/Familienzeit) und mehr Anerkennung für das Metier generell.

Auf was freust du dich in der Talents-Woche persönlich am meisten?
Ich freue mich am meisten, andere Filmschaffende aus der ganzen Welt kennenzulernen, um unsere Erfahrungen und Visionen auszutauschen.

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