SEEFF 2019: Einweihung eines neuen Kinos mit südosteuropäischen Filmen


Plakate weisen den Weg zum Festival. Foto: Teresa Vena

Seitdem das Festival für Südosteuropäische Filme, kurz SEEFF, 2016 von Paris nach Berlin umgezogen ist, fanden bereits vier Ausgaben in der deutschen Hauptstadt statt. Mit einem umfangreichen Programm von vierzehn Langfilmen und einem Kurzfilm in nur vier Tagen wartete das Festival mit vielfältigen Beiträgen aus einer Region auf, die ansonsten nur selten in die normale Kinoauswertung kommt. Vom 23. bis 26. Mai präsentierte das Festival insgesamt fünfzehn Länder, von Albanien bis Zypern, anhand von Dramen und Komödien aus den letzten zwei bis drei Jahren.

Der Auftakt fand 2016 noch im Hauskino der Humboldt-Universität am Standort Unter den Linden statt, es folgten zwei Ausgaben im Babylon-Mitte, ehe Festivaldirektor Harald Siebler das Kino in der Königstadt, ein paar Hundert Meter vom Babylon entfernt, einweihte. Das Kino befindet sich in der Straßburger Straße, die von der Torstraße abgeht. Der Gewerbehauskomplex erfährt gerade eine Wiederaufwertung. Erste Versuche fanden schon vor sieben bis acht Jahren statt, als sich einzelne Kunstgalerien hier niederließen und von den günstigeren Mietzinsen profitierten. Letzteres dürfte sich in der Zwischenzeit geändert haben, die Beliebtheit des Quartiers ist gleichzeitig mit den Mieten gestiegen, die Galerien sind mittlerweile wieder ausgezogen.

Noch wurde im neuen Kino in der Königstadt viel improvisiert. Foto: Teresa Vena

Noch recht provisorisch wirkt das Kino im Erdgeschoss. Das Foyer ist eng, die Bar improvisiert und noch ohne Licht. Stimmungsvoll kann es daher nicht gerade genannt werden. Der gesamte Eingangsbereich ist bisher nicht sonderlich einladend. Der Kinosaal an sich bietet Platz für ungefähr 60 Zuschauer. Der Boden ist abgestuft, aber mit einfachen Kunststoffstühlen bestuhlt. Für Besucher, die ein ganzes Festival damit bestreiten wollen, eine Herausforderung. Doch einwandfrei ist die Qualität der Projektion. Die Leinwand ist großzügig groß und gibt ein gutes Bild. Damit funktioniert ein entscheidender Aspekt des Festivals. Im Übrigen scheint es etwas zum Konzept der Macher zu gehören, für alles was Präsentation angeht, wenig Aufwand zu betreiben. Dafür sprechen beispielsweise die rudimentäre Internetseite oder das minimalistische Programmheft.

Die Orientierung online ist ein bisschen umständlich, aber ansonsten natürlich vollkommen vertretbar, wenn die Konzentration auf den Filmen liegt. Aufgefallen ist, dass das Publikum, zu einem großen Teil aus Osteuropäern bestand. Offenbar erfüllt das Festival zum einen die Funktion, in Berlin der jeweiligen Diaspora eine Plattform und einen Austausch zu ermöglichen. Es bleibt zu wünschen, dass noch ein breiteres Publikum heranwachsen wird, das Lust auf Entdeckungen hat.

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