Kurzfilme auf großer Deutschlandreise


Nachdem am 20. November 2019 der Deutsche Kurzfilmpreis in der Elbphilharmonie in Hamburg verliehen wurde, feiert am Mittwoch, den 4. Dezember 2019 um 19:30 Uhr im Kino Arsenal die diesjährige KURZ.FILM.TOUR ihren Abschluss. Gleichzeitig bildet der Abend den Auftakt für die Reise der neu ausgewählten Kurzfilme durch Deutschland. Die AG Kurzfilm, der Bundesverband Deutscher Kurzfilm, führt als Veranstalter der KURZ.FILM.TOUR dem kurzfilmaffinen Publikum in Berlin nicht nur drei neue Filme, sondern auch noch einmal drei nominierte bzw. preisgekrönte Kurzfilme aus dem diesjährigen Programm vor.

Darunter ist „Neko No Hi/Cat Days“ von Jon Frickey aus dem 2019er-Programm, ein feinfühliger elfminütiger Animationsfilm in japanischer Sprache über den kleinen Jungen Jiro, der sich mit einer Krankheit infiziert, an der eigentlich nur Katzen erkranken und die seinen Vater und Jiro selbst an seiner Identität zweifeln lässt. Ist Jiro in Wahrheit ein Kater – und möchte er überhaupt ein Kater sein?

Hannes Schilling nimmt in seinem 30-minütigen Kurzspielfilm „Nach dem Fest“ den obdachlosen Andi in den Blick, der sich nach Nähe sehnt und seine Bekannte Sandra bedrängt. Mit der semi-dokumentarischen, gemeinsam mit den beiden wohnungslosen Hauptdarsteller*innen entwickelten Geschichte regt Schilling die Filmzuschauer*innen zum Nachdenken an.

In Daniel Popats 2018 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis für den besten Spielfilm bis 10 Minuten Laufzeit ausgezeichneten „Hostel„, einem kammerspielartigen Film in russischer Sprache, müssen sich Alina und Sascha in einem überbuchten Berliner Hostel ein Zimmer teilen. Schnell stellen sie fest, dass sie aus derselben russischen Kleinstadt stammen. Kann es einen solchen Zufall wirklich geben?

Zu den 2019 nominierten und ausgezeichneten Filmen, die das Team der AG Kurzfilm im Kino Arsenal präsentiert und die danach durch die Kinos des Landes reisen, gehört „Inside me“ von Maria Trigo Teixeira. In dem fünfminütigen Animationsfilm erzählt eine junge Frau namens Anna schonungslos ehrlich aus dem Off, wie sie mit 19 Jahren von ihrer Schwangerschaft erfuhr und sich zu einer Abtreibung entschloss.

Der 30-minütige Kurzspielfilm „Der Proband“ stammt wie „Nach dem Fest“ von Hannes Schilling und erzählt von Domenique, einem 26-jährigen Arbeitslosen, der sich auf gesundheitsgefährdende Medikamententests einlässt, um sich gemeinsam mit seiner Freundin Janine ein Haus auf dem Land bauen zu können. „Der Proband“ von Hannes Schilling und „Inside me“ von Maria Trigo Teixeira gewannen am 20. November 2019 den Deutschen Kurzfilmpreis.
Auch „Dorotchka“ präsentiert die AG Kurzfilm im Kino Arsenal. In Olga Delanes 20-minütigem Kurzdokumentarfilm blickt die 80-jährige Dorotchka aus dem ländlichen Sibirien, die nie geheiratet hat, auf ihr hartes Leben zurück und schildert offen ihre Sicht auf die Vergangenheit, auf Liebe und Einsamkeit.
Die Filmemacher*innen Hannes Schilling, Olga Delane und Daniel Popat stellen ihre Filme am 4. Dezember im Kino Arsenal persönlich vor.

Stefanie Borowsky

Der Deutsche Kurzfilmpreis, die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für Kurzfilme in Deutschland, wird seit 1956 an kurze Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilme vergeben. Seit 1998 gehen die für den Preis nominierten sowie die preisgekrönten Kurzfilme jedes Jahr gemeinsam auf große Reise durch Deutschlands Kinos. Der Startschuss für die KURZ.FILM.TOUR 2019/2020 fällt am 4. Dezember 2019 ab 19:30 Uhr im Kino Arsenal.

2. Dezember 2019 | In Allgemein

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