Film-Tipps und Kino-Highlights für die Berlinale 2020


Ben Yuen spielt in „Suk Suk“ von Ray Yeung die Hauptrolle. © New Voice Film Productions

Suk Suk

Darum geht es:
Pak ist Taxifahrer in Hongkong, Familienvater, Ehemann und inzwischen auch Großvater. Er steht kurz vor der Pension, doch so recht will er seinen Job nicht an den Nagel hängen. Auf der Suche nach anonymem Sex begegnet er dem Witwer Hoi. Der ist ebenfalls ein fürsorglicher Vater und Großvater. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch die Bürde dieser zärtlichen Familienväter, die für ihre Kinder und Enkel das letzte Hemd geben würden, ist es, von den gesellschaftlichen Konventionen erdrückt zu werden und dennoch daran nicht zu zerbrechen.

Was du zum Film wissen musst:
Ray Yeungs „Suk Suk“ ist einer der zärtlichsten Liebesfilme im 70. Jahr der Berlinale. Yeung inszeniert seine Figuren in leisen und sanften, völlig unrebellischen Gesten. In den Gesichtern seiner Figuren spiegelt sich eine mit unvergleichlicher Anmut ertragene Ungerechtigkeit, die den Zuschauer vor eine Zerreißprobe stellt. Im Kantonesischen steht „Suk“ sinnähnlich für „Meister“; Ray Yeungs Film, der auf Oral-History-Aufzeichnungen beruht, zollt denen Tribut, die mit so viel Größe ihr Schicksal ertragen. – SuT

Termine bei der 70. Berlinale:
Mittwoch, 26. Februar, 21:00 Uhr, CinemaxX 7
Donnerstag, 27. Februar, 19:15 Uhr, Cubix 7
Freitag, 28. Februar, 13:15 Uhr, Cubix 7
Samstag, 29. Februar, 21:00 Uhr, CinemaxX 7
Sonntag, 01. März, 16:15 Uhr, Zoo Palast 2

Ben Yuen spielt in „Suk Suk“ von Ray Yeung die Hauptrolle. © New Voice Film Productions

Surge

Darum geht es:
Selbstfindung als Grenzüberschreitung: Joseph (Ben Whishaw) arbeitet an einem Londoner Flughafen an der Sicherheitskontrolle. Sein Leben folgt geregelten Bahnen, dennoch hat er sich von den Menschen in seinem Umfeld abgeschottet. Nach einem Besuch bei seinen Eltern scheint sich etwas in ihm zu verändern. Er beginnt, sich zu nehmen, was er will und Nähe zu forcieren, wobei er auch vor kriminellen Handlungen nicht zurückschreckt.

Was du zum Film wissen musst:
Der britische Regisseur Aneil Karia hat sich mit seinen eruptiven Kurzfilmen („Beat„, „Work„) und der ikonischen Fernsehserie „Top Boy“ einen Namen gemacht. In seinem Langfilm-Debüt schildert er in intensiv-nervösen Bildern die Geschichte eines Mannes, deren Ausgangspunkt näher an der realen Arbeits- und Lebenssituation vieler Menschen ist, als man vielleicht wahrhaben möchte. – HK

Termine bei der 70. Berlinale:
Donnerstag, 27. Februar, 22:00 Uhr, Zoo Palast 1
Freitag, 28. Februar, 13:00 Uhr, Cubix 9
Samstag, 29. Februar, 22:00 Uhr, Zoo Palast 1
Sonntag, 01. März, 14:30 Uhr, Colosseum 1

Panorama Dokumente

O Reflexo do Lago

Darum geht es:
In den 1980er Jahren baute die brasilianische Regierung einen riesigen Staudamm, der zu einem der größten Wasserkraftwerke der Welt gehört. Den Amazonas hat dies entscheidend verändert, da durch den Bau der Tucurui-Stausee entstand, der weite Waldflächen überschwemmt hat. Verteilt rund um den See leben Familien und einfache Bauern meist ohne Strom. Sie müssen lange Wege mit dem Boot zurücklegen, bewahren sich aber ihren Lebensmut.

Was du zum Film wissen musst:
Der Dokumentarfilm von Fernando Segtowick fasziniert durch außergewöhnliche Naturaufnahmen in Schwarz-Weiß, denen Archivbilder zum Bau des Staudamms und Szenen aus dem Alltag der Einheimischen zur Seite gestellt werden. Durch einen schnellen Schnitt, eine genaue Beobachtung und einen Sinn für Ironie wird der Film zu einem Hybrid zwischen Dokumentation und Fiktion. – TV

Termine bei der 70. Berlinale:
Montag, 24. Februar, 17 Uhr, Kino International
Dienstag, 25. Februar, 11:30 Uhr, CinemaxX 6
Mittwoch, 26. Februar, 13:15 Uhr, Cubix 7
Donnerstag, 27. Feburar, 20:30 Uhr, Cubix 5
Sonntag, 1. März, 13:15 Uhr, Cubix 7

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