ITFS: Streamen statt Schlossplatz



Der Blick in die anderen Bereiche des Online-Festivals ist ebenso lohnenswert: Sowohl das „Panorama“ als auch „Best of Animation“ zeigen künstlerische und inhaltliche Vielfalt; ebenso der Fokus auf den baskischen Animationsfilm. Und einzig in der Sektion AniMovie (der Langfilmsektion) wird vielleicht besonders fühlbar, dass es sich um ein besonderes Festivalformat handelt – im Gegensatz zu früheren Jahren gibt es hier ein paar mehr Klassiker beziehungsweise Filmbeiträge, deren Festivalzeiten schon ein bisschen länger vorbei sind, darunter der ewige Liebling „Mary & Max“ von Adam Elliot und der viel zu wenig gehypte, tragikomisch-dystopische „Psiconautas“ von Pedro Rivero und Alberto Vázquez (siehe auch Animafest Zagbreb); ein passender Animationslangfilm für diese seltsame Zeit.

Animationsfilm-Expertin Marie Ketzscher hat sich für Berliner Filmfestivals das ITFS-Programm angesehen…

So schön einfach es ist, sich die Filme nach Gusto (und wenn der Server mitspielt) per Mausklick anzuschauen (oder noch besser: Mit dem „Professional Pass“ einen dreimonatigen Zugang zum Online-Archiv des ITFS zu erhalten!) – es fehlt nicht nur das Publikum, das so ein Festivalerlebnis ja ausmacht, es fehlt auch die kuratierende Hand, die einem die Kinokarte zum Wettbewerb 1, 2, 3, 4 und 5 bescherte. Durch die der experimentellere Film dann neben dem slapstickhaften oder dem todtraurig-dramatischen stand. Falls es Online-Festivals also doch notgedrungenerweise noch weiterhin gibt, wäre eine Programmierung der unterschiedlichen Sektionen (nebst Verschlagwortung) – vielleicht sogar im Rahmen einer klickbaren Playlist, wie sie in Ansätzen im Pro-Portal existiert – also sicherlich sehr bereichernd. Aber so wie man sich das Monster vor dem Fenster denken kann, so lässt sich vielleicht auch wieder das kuratierte ITFS-Programm im Gloria in 2021 herbei imaginieren. Mit dem Online.Festival.ITFS.de kann man jedenfalls dafür schon einmal die nötige Vorstellungsenergie tanken.

Marie Ketzscher

Das Online.Festival.ITFS.de findet noch bis zum 10. Mai statt. Den Livestream mit Filmkonzerttalketc.-Programm gibt’s for free; der OnlineFestival+ ist der kostenpflichtige Filmbereich zum Streamen ausgewählter Filme und Wettbewerbsbeiträge des ITFS und kostet 9,99€; und der OnlineFestival Pro Pass ist für Professionals, also die Branchenbesucher*innen des ITFS, vorgesehen, und bietet einen dreimonatigen Zugang zu allen eingereichten Filmen für 19,99€.

Streamingtipps und Kurzfilmempfehlungen aus dem weiteren Programm auf den folgenden Seiten…

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8. Mai 2020 | In Allgemein

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