62. Berlinale

Kritiken zu den besten, spannendsten und kontroversesten Filmen der 62. Berlinale.

Netzwerken beim Couchsurfing Dinner der DFFB

Berliner Filmfestivals Autorin Maria Bidian hat sich beim Couchsurfing Dinner der DFFB unter die Studenten aus aller Welt gemischt. Ihr Bericht ...

„Kid-Thing“ von David Zellner

Rebellion aus Gleichgültigkeit Annie hat keine Freunde. Ihre einzige Bezugsperson ist Marvin, der aber einen vergleichsweise schlechten Vaterersatz abgibt und stattdessen lieber den ganzen Tag pennt oder mit seinem Kumpel rumhängt. Weil Annie allein ist und im ländlichen Texas leider nicht allzu viel passiert, vertreibt sie sich ihre Zeit meist mit Vandalismus. Egal, was sie […]

„Just the Wind“ von Bence Fliegauf

Schweigsam Ertragen In einem Waldstück irgendwo in Ungarn außerhalb der Stadt leben Mari, ihr pflegebedürftiger Vater und ihre zwei Kinder in einer kargen Hütte. Wasser gibt es aus der Wasserpumpe vor dem Haus. Zum Frühstück gibt’s nur Brotreste, aufgeweicht in mit löslichem Kaffee und Zucker angereichertem kaltem Wasser. Auch die Nachbarn, der im Wald verstreut […]

„Vierzehn“ von Cornelia Grünberg

Die Mädchen-Mütter Fabienne, 14, hat die Pille nicht genommen, weil ihre Ärztin gesagt hat, das sei schlecht in Kombination mit dem Rauchen. Lisa, 14, dachte sich, bei einem Mal passiert schon nichts. Jetzt sind beide schwanger. Genauso wie Steffi und Laura, ebenfalls 14 Jahre alt und völlig überfordert von dem jähen Ende ihrer Kindheit und […]

„Iron Sky“ von Timo Vuorensola

Heil Kortzfleisch! Heutzutage, da beinahe jede sentimentale Fiktion zerstört worden ist, überkommt einen als passionierter Kinobesucher ein wohltuender Schauer, wenn der neueste Nazistreifen seine Premiere feiert. Alle Jahre wieder überzeugen wir uns, dass wir die Nazis besiegt haben. Das Gute triumphierte, auch wenn sich das Gute über die Dekaden hinweg in den Filmen deutlich veränderte. […]

„Was bleibt“ von Hans Christian Schmid

Bürgerliche Befindlichkeiten Die Eltern laden ein. Mitten im Jahr und ohne ersichtlichen Anlass muss sich der Berliner Schriftsteller Marko mit seinem Sohn Zowie auf den Weg ins Kölner Hinterland, nach Siegburg, machen. Große Lust verspürt er nicht. Seit Monaten lebt er in Trennung von Tine, der Mutter von Zowie. Happy End eher ausgeschlossen. Die beiden […]

„Die Vermissten“ von Jan Speckenbach

Zombies? Schön wär’s. Als der Mittfünfziger Lothar von seiner Ex-Frau benachrichtigt wird, dass ihre gemeinsame Tochter verschwunden ist, macht er sich auf die Suche. Diese Suche nach seiner verlorenen Tochter wird zur Suche nach seiner eigenen Identität und zu einer Konfrontation mit seiner Vergangenheit – schon gelangweilt? Dann ist man mittendrin in dem Plot von […]

„Barbara“ von Christian Petzold

Wind in der DDR Noch so ein DDR-Film? Zugegeben, die Fakten sind zunächst eindeutig. Barbara (Nina Hoss) will raus aus der DDR. Als die Kinderärztin einen Ausreiseantrag stellt wird sie strafversetzt. Von der Berliner Charité an ein Provinzkrankenhaus, irgendwo kurz vor der Ostsee, die sie hasst. Was sie atmen lässt, ist der Gedanke an ein […]

„Haywire“ von Steven Soderbergh

Eine Frau vermöbelt Hollywood Wer sich mit Mallory Kane (Gina Carano) anlegt, wird platt gemacht. Soviel ist klar. Von der C.I.A. ausgebildet und von ihr verraten jagt die Agentin in „Haywire“ quer durch Europa, um in Barcelona oder Dublin ihre Gegner zu vermöbeln. Ihrem Chef Kenneth (Ewan McGregor) ist sie ein Dorn im Auge und […]

„Die Eiserne Lady“ von Phyllida Lloyd

Überangst vor dem Erzfeind Das Problem an Filmen in denen Meryl Streep eine tragende Rolle spielt, ist, dass andere schauspielerische Leistungen eigentlich nur nebenher ablaufen. Selten kommt da was aufeinander zu und noch seltener hat man als Zuschauer den Eindruck, dass sie in einem Ensemble agiert. Besonders offensichtlich wurde das in jüngster Vergangenheit bei Produktionen […]

“König des Comics” von Rosa von Praunheim

Es kann nur mit Gold enden Normalerweise zertrümmern Rosa von Praunheims Filme mit Genuss das Ersuchen von Zartgefühl in einer bürgerlichen Gesellschaft. Sie sind konvulsivisch, schrill, maßlos und verdammt schwul. Dabei scheint Praunheim dem Manierismus zu fröhnen wie die Heten dem Mammon. Doch gehen wir mit etwas Fingerspitzengefühl an diesen Begriff heran – er eignet […]

„Rodicas“ von Alice Gruia

Mädchenfreundschaft unter Großmüttern Am Anfang von „Rodicas“ üben die beiden gleichnamigen Freundinnen – die beiden Ende Achtzig sind – den Auftritt vor der Kamera. Wieder und wieder lässt Regisseurin Alice Gruia die beiden langsam eine Treppe hinauf gehen, bis sie schließlich zufrieden ist. Der Zuschauer dieser Selfmade-Doku muss nicht nur in dieser Eingangsszene Geduld mitbringen. […]