„Alles für meine Mutter“ (OT: „Wszystko dla mojej matki“) von Małgorzata Imielska


Beim wichtigsten polnischen Filmfestival, dem Gdynia Film Festival, gewann die Hauptdarstellerin Zofia Domalik, mit ihrer ersten Hauptrolle „Alles für meine Mutter“ den Preis für das beste Schauspieldebüt. Foto: 29. FilmFestival Cottbus

Sehnsucht nach Mutterliebe

Die Suche nach Halt, Zugehörigkeit und Liebe begleitet viele Menschen. Besonders für Heranwachsende ist ein stabiles soziales Umfeld mit festen Bezugspersonen essenziell. Die introvertierte 17-jährige Ola (Zofia Domalik) hat all das nicht. Seit sie mehrfach aus dem Waisenhaus weggelaufen ist, lebt sie in einer Jugendstrafanstalt zusammen mit anderen jungen Frauen, die straffällig geworden sind und aus schwierigen Familienverhältnissen kommen.

In der Jugendstrafanstalt ist Mobbing an der Tagesordnung. Ola muss sich mit mehreren anderen Mädchen ein Zimmer teilen und hat keine Rückzugsmöglichkeit. Besonders ihre Zimmergenossin Agnes (Maria Sobocińska) verhält sich aggressiv und macht Ola das Leben zur Hölle. Die einzige Mitbewohnerin, mit der sich Ola etwas besser versteht, ist die eher zurückhaltende Mania (Malwina Laska).

Unter den Mädchen gelten eigene Regeln. Mehrere der jungen Frauen lassen sich für ein paar Zigaretten oder ein bisschen Geld regelmäßig mit einem Mitarbeiter der Strafanstalt ein – und die anderen sehen weg.
Die talentierte Läuferin Ola hält die alltäglichen seelischen und körperlichen Misshandlungen der anderen Mädchen nur aus einem Grund aus: Sie trainiert mit dem Trainer Tomek (Dobromir Dymecki) ehrgeizig für einen Laufwettbewerb und hofft, durch einen Erfolg die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sich ziehen zu können, die früher selbst eine erfolgreiche Läuferin war. Seit Jahren hat Ola keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. So ist Olas größte Habseligkeit ihre Videokamera, auf der ein altes Video von ihrer Mutter und ihr selbst als Kleinkind gespeichert ist. Das Video, in dem die Mutter Ola anspornt, schneller zu laufen, ist am Anfang des Films zu sehen.

Ola vermutet, dass ihre Mutter noch in Olsztyn wohnt, wo auch Olas ehemaliges Zuhause liegt – das Waisenhaus, in das sie nicht mehr zurückkehren darf. Deshalb kämpft Ola darum, bei einem in Olsztyn lebenden Ehepaar vorübergehend als Pflegekind aufgenommen zu werden. Das, was Ola dort durchleiden muss, übersteigt jedoch alles, was ihr zuvor angetan wurde. Doch Ola erträgt vieles für ihre einzige große Hoffnung – ihre Mutter wiederzusehen.

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12. November 2019 | In FilmFestival Cottbus

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