29. FilmFestival Cottbus: „Smuggling Hendrix“ von Marios Piperides


Regisseur Marios Piperides gewann mit „Smuggling Hendrix“ beim beim Tribeca Film Festival 2018 in New York den Preis für den Besten Internationalen Spielfilm. ©Filmperlen

Alles wegen Jimi

Während in Deutschland in diesem Jahr zahlreiche Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls stattfinden, sind Mauern und nur schwer passierbare Grenzen an vielen anderen Orten auf der Welt noch alltäglich – zum Beispiel auf der seit 1974 geteilten Insel Zypern. Diese besteht seitdem aus der zur EU gehörenden Republik Zypern und der Türkischen Republik Nordzypern. Letztere wird nur von der Türkei offiziell anerkannt.

Im griechischen Teil der Hauptstadt Nikosia lebt – zumindest in Marios Piperides Film „Smuggling Hendrix„, der das 29. FilmFestival Cottbus eröffnet – der lässig-chaotische Mittvierziger Yiannis (Adam Bousdoukos, „Soul Kitchen„, „Der Goldene Handschuh„) als erfolgloser Musiker über einem Dessous-Geschäft mit dem symbolträchtigen Namen „No Borders“. Nach einem Misserfolg mit seiner Band ist Yiannis seit Monaten pleite und mit der Miete im Rückstand. Nicht nur vor seiner wütenden Vermieterin muss Yiannis sich verstecken, noch dazu verfolgen ihn kriminelle Gläubiger – und seine Ex-Freundin Kika (Vicky Papadopoulou, „Stratos – The Storm Inside„) hat einen Neuen, mit dem sie verliebt durch die Stadt spaziert. Yiannis will nur noch weg – Zypern verlassen und in den Niederlanden neu anfangen. Doch drei Tage vor der geplanten Abreise läuft sein kleiner Hund Jimi weg – zu allem Unglück ausgerechnet über die Grenze, in den türkischen Teil der Stadt.

Dass Yiannis seinen besten Freund Jimi, den er nach der Musikerlegende Jimi Hendrix benannt hat, zurückholen muss, steht außer Frage. Mithilfe eines Grenzsoldaten findet Yiannis den kleinen braun-weiß gefleckten Terrier tatsächlich schnell wieder, doch es gibt ein Problem: Der Hund darf nicht zurück in die EU einreisen. Für den ohnehin in Schwierigkeiten steckenden Yiannis beginnt nun ein temporeiches, komisch-absurdes Abenteuer, denn eins ist klar: Jimi muss zurück und das in den nächsten drei Tagen.
Dabei muss sich der Protagonist Yiannis notgedrungen auch mit seiner eigenen Vergangenheit befassen: Im türkischen Teil der Stadt steht sein Elternhaus, in dem mittlerweile der türkische Siedler Hasan (Fatih Al) mit seiner Familie wohnt.
Durch zahlreiche Verwicklungen findet Yiannis in Hasan, dem dubiosen Schmuggler Tuberk (Özgür Karadeniz) und seiner Ex-Freundin Kika schließlich Mitstreiter*innen, die gemeinsam kämpfen – für Jimi.

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2. November 2019 | In FilmFestival Cottbus

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