69. Berlinale: „Gli ultimi a vederli vivere“ (engl. Titel „The Last to See Them“) von Sara Summa


Regisseurin Sara Summa entwickelt in „Gli ultimi a vederli vivere“ („The Last to See Them“) einen multiperspektivischen Ansatz, um einem Verbrechen auf den Grund zu gehen. © Katharina Schelling

Die letzten Zeugen

Die italienische Regisseurin Sara Summa entwickelt mit minimalistischen Mitteln einen Thriller, der sich auf den letzten Tag im Leben einer Familie konzentriert.
Gli ultimi a vederli vivere“ von Sara Summa feierte seine Premiere im Forum der 69. Berlinale. Der Titel bezieht sich auf die häufig gehörte, allgemeine Floskel in Bezug auf den Tod oder das Verschwinden einer Person, wenn es um strafrechtliche Ermittlungen geht. Die wichtigsten Hinweise werden zunächst in der unmittelbaren Umgebung der Opfer gesucht: „Wann haben Sie ihn oder sie zuletzt (lebendig) gesehen?“ In diesem speziellen Fall stellt sich heraus, dass der Zuschauer diese Rolle annimmt.

Auf einem idyllischen Fleckchen Erde, in der süditalienischen Landschaft, lebt eine vierköpfige Familie in scheinbarer Harmonie mit der Natur und im respektvollen Umgang miteinander. Die Vorbereitungen für die Hochzeit der älteren Tochter müssen getroffen werden und es ist die jüngere Tochter Dora (Barbara Verrastro), die das meiste davon übernimmt. Sie näht die Kleider für die Brautjungfern, kauft ein und kocht. Ihre Mutter (Donatella Viola) wandert wie ein Geist durch das Haus, beschwert sich über Kopfschmerzen, ihr Vater (Canio Lancellotti) ist mit einem Versicherungsagenten beschäftigt, bei dem er eine Lebensversicherung abgeschlossen hat und ihr Bruder (Pasquale Lioi) arbeitet an einem Holzschrein als Hochzeitsgeschenk. Alles wirkt unspektakulär, es bleibt Zeit, die Katze zu streicheln, einen Pferdeausritt zu unternehmen und an einem alten Auto herumzubasteln.

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