70. Berlinale: „Streuner und Banditen“ (OT: „Sweet Thing“) von Alexandre Rockwell – Gläserner Bär


Lana Rockwell, Tochter von Regisseur Alexandre Rockwell, übernimmt eine Hauptrolle in „Streuner und Banditen“ („Sweet Thing“). © Mélanie Akoka

In den Fängen des verkorksten Lebens

Das Leben schubst die Geschwister Billie und Nico zwischen Trinkervater und verantwortungsloser Egomutter hin und her. Als ihr Vater vollkommen die Kontrolle über sein Leben verliert und polizeilich in Zwangsentzug geschickt wird, sollen die beiden mit Mutter Eve und deren aktuellen Lover Beau nach Florida, um in dessen Strandhaus die Ferien zu verbingen. Für einen kleinen Moment kommen die beiden in einem ihnen unbekannten Familienidyll an. Sie albern am Strand herum, planschen und lachen. Das blau in blau von Himmel und Strand könnte ihr Silberstreif im Leben sein. Dass sie den beiden Erwachsenen wie selbstverständlich einen Drink nach dem anderen servieren trübt diesen Moment des Glücks nicht im geringsten. Alkohol ist dauerpräsenter Teil ihres Lebens. Nach Sonnenuntergang treffen sie andere Kids, die wie sie selbst am Strand abhängen.

Einer von ihnen, Malik, wird ihnen bald darauf bei der Flucht helfen als Beau sich an den Kindern vergehen will, ihnen aber nach einem Kampf, in dem sie den übergriffigen Widerling vielleicht sogar töten. Von nun an sind sie auf sich gestellt, da sind sich die drei sicher. Als „Streuner und Banditen“ wollen sie sich durchschlagen, wie sie sich gegenseitig vergewissern und andere immer wieder wissen lassen, auf dem Weg zurück nach Massachusetts. Außer ihrer Freundschaft haben sie nicht viel, auf das sie sich verlassen können. Die ist das Band, das sie zusammenhält, sie aneinander und an eine bessere Zukunft glauben lässt… auch wenn sie ihr altes verkorkstes Leben scheinbar nicht aus seinen Klauen lassen will.

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