„Spirit Berlin“ von Kordula Hildebrandt


Stephan lässt sich nicht ohne Skepsis auf eine intensive spirituelle Sinnsuche ein. Foto: achtung berlin

Stephan lässt sich nicht ohne Skepsis auf eine intensive spirituelle Sinnsuche ein. Foto: achtung berlin

Sinnsuche in Europas spiritueller Hauptstadt

Er schreit, er tanzt, er ruht, er schweigt. Stephan Ziller ist auf Sinnsuche und lässt sich dabei von der Kamera begleiten. Für die Dokumentation „Spirit Berlin“ testet der junge Schauspieler sich durch das spirituelle Angebot, das die Hauptstadt ihm bietet. Ist er anfangs noch nicht überzeugt – „Nee, für mich ist Berlin keine spirituelle Stadt“ – so lässt er sich doch auf das Experiment ein. Zu groß ist das Verlangen danach, mehr über sich selbst zu erfahren, Halt und Sinn zu finden. Er probiert Yoga aus, singt bei einer Taizé-Andacht mit, dreht sich im Berliner Sufi-Zentrum um sich selbst, betet mit Krishnas, macht Karate und Qi Gong, lässt sich von Klangschalen betören und begibt sich auf die intensive Suche nach innerer Stille. Auf seiner Reise verliebt er sich in die Yogalehrerin Simone. Vor laufender Kamera entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, Stephan hat in ihr eine Begleiterin gefunden. Gemeinsam tanzen sie in der Barfuß-Disco und wagen sich schließlich sogar vor laufender Kamera an ein Tantra-Ritual.

Die gemeinsame spirituelle Leidenschaft wird jedoch auf die Probe gestellt. Während Yogalehrerin Simone schon ihren Platz in der spirituellen Welt gefunden hat, verliert sich Stephan mehr und mehr in dem Überangebot in der Großstadt. Unterstrichen wird die Vielfalt der spirituellen Entfaltung durch Einspieler mit in der Szene bekannten Größen. Didi Sudesh, Michael J. Stewart, Sheikh Esref Efendi, Malte Loss und andere erklären ihre Art der Sinnsuche und die Bedeutung von Berlin als Europas Hauptstadt der Spiritualität. Besonders die Ausführungen der Autorin Dorota Danielewicz fesseln die Zuschauer. Sie erzählt, dass der Boden einer Stadt entscheidend für die Persönlichkeitsbildung ihrer Bewohner ist. Während in Regionen mit fettem, starken Lehmboden die Menschen eher bodenständig sind, bedingt der Berliner Boden aus Sand und Kieselsteinen eine gewisse „Luftikus-Manier“ bei den Hauptstädtern.

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25. September 2014 | In achtung berlin

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