„Freddy Eddy“ von Tini Tüllmann


Freddy Eddy“ von Tini Tüllmann ist ein gelungener Psychothriller, der dem bekannten Thema der Doppelidentität oder Schizophrenie eine eigene Variante hinzufügt. Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt bis zuletzt bestehen. Zum Schluss kommt es zu einer unerwarteten, zweideutigen Wendung, die den gewünschten Horroreffekt erzielt. Das Drehbuch hat anfänglich einige Längen, doch in der zweiten Hälfte beweist die Autorin Gespür für Rhythmus und zur Originalität. Der Zuschauer wird Teil der Handlung, er ist hin- und hergerissen und weiß nicht, wem er glauben soll. Existiert Eddy oder nicht? Beide Varianten erscheinen glaubwürdig.

Tüllmann nutzt dramaturgisch einfache Mittel, verzichtet auf Spezialeffekte und erzeugt die Spannung vor allem mit dem Schnitt. Die Kamera bleibt nahe bei den Darstellern. Insbesondere Felix Schäfer als Freddy beziehungsweise Eddy kommt fast in jeder Szene vor. Er übernimmt die Rolle überzeugend und trägt somit den Film. Die Nebenrollen wurden ebenfalls sorgfältig vergeben unter anderem spielt Jessica Schwarz die neue Nachbarin, in die sich Freddy verliebt.

Freddy Eddy“ unterhält und fügt dem deutschen Genrefilm ein originelles Werk hinzu, das auch im internationalen Vergleich problemlos besteht.

Teresa Vena

Freddy Eddy„, Regie: Tini Tüllmann, Darsteller: Felix Schäfer, Jessica Schwarz, Greta Bohacek, Alexander Finkenwirth, Katharina Schüttler, Burghart Klaußner, Robert Stadlober, Ingrid Mülleder, Anna Unterberger, Kinostart: 1. Februar 2018

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31. Januar 2018 | In achtung berlin

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