„Die Einzelteile der Liebe“ von Miriam Bliese


Georg (Ole Lagerpusch) und Sophie (Birte Schnöink) haben sich mal geliebt, doch das Leben hat ewtas anderes mit den beiden vor. Foto: Arsenal Filmverleih

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Wer „Happy End“ sagt, meint im Grunde gestrig. Selbst die Hollywood-Maschinerie hat inzwischen zur Genüge eingesehen, dass es auch in (Tragi-)Komödien weder Hochzeitsanträge noch andere signifikante zwischenmenschliche Glücksmomente braucht, um den Abspann einzuläuten. Stattdessen grassiert dann gern das „sinnhafte Ende“ oder zumindest Closure, also das Einsehen und gelassene Annehmen der Trennung/des Single-Schicksals.

Sophie (Birte Schnöink) ist aber alles andere als gelassen. In der ersten Szene von Miriam Blieses dfffb-Abschlussfilm „Die Einzelteile der Liebe“ ruft sie dem Exfreund Georg (Ole Lagerpusch) ein wutentbranntes „Du Arschloch“ nach; der hat gerade ihren Sohn Jakob (Justus Fischer) ins Auto bugsiert und fährt mit ihm davon. Es folgt die Rekonstruktion der Eskalation sowie das Danach – in Rück- und Vorblenden, elliptisch, wenn man so will. Wie sich die zwei kennenlernen, als Sophie gerade mit Jakob schwanger ist; wie die beiden sich begehren oder eben nicht; wie die ersten Gemeinheiten miteinziehen; wie alles auseinander- und dann weitergeht.

Die ersten zehn Minuten ist das vor allem: Schwer zu ertragen. Zu klischeebeladen ist Georgs Abgang, zu konstruiert auch die erste Begegnung in der Schwangerschaft. Doch nach und nach nimmt der Film an Fahrt auf, die Dynamik zwischen Sophie und Georg wird glaubwürdiger und der Humor zieht ein, was unter anderem den mehr oder minder spontanen Schlager-Gesangseinlagen geschuldet ist, die oft als selbstironischer Szenenkitt fungieren. Aber vor allem wird es humorvoller mit Andreas Döhler als bodenständigem Anwalt Fred, dem neuen Freund Sophies, der ungewollt zum nonchalanten Mediator zwischen den Fronten wird.

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