„Drei Gesichter“ von Jafar Panahi


Als Regisseur und einer der Protagonisten sitzt Jafar Panahi wieder am Steuer eines Wagens – ein vertrautes Bild. ©Jafar Panahi Film Production

Abstand halten

Seit nunmehr zehn Jahren hat der iranische Regisseur Jafar Panahi Arbeitsverbot. Dennoch schafft er es immer wieder seine Filme ins Ausland zu schmuggeln. So auch sein aktuelles Werk „Drei Gesichter„, das in Cannes den Preis für das beste Drehbuch gewann. Die drei Gesichter gehören drei Schauspielerinnen aus unterschiedlichen Generationen. Jede der drei hat ihre Schwierigkeiten ihren Beruf auszuüben.

Sie wollte nach Teheran auf die Schauspielschule. Die Familie ihres Verlobten hat ihr zugesagt, dass sie nach der Hochzeit dort hin darf, sich dann aber dagegen entschieden. Die junge Frau weiß keinen Ausweg mehr und erhängt sich. Ist das wirklich passiert? Behnaz Jafari schaut sich das Handyvideo, das Marziyeh Jafar Panahi geschickt hat, immer wieder an. Gibt es da nicht einen Schnitt als das Handy auf den Boden fällt? Und wieso findet Jafari keine einzige Nachricht von Marziyeh, obwohl diese behauptet, ihr mehrfach geschrieben zu haben?
Das Video ist jedenfalls Anlass genug für den berühmten Regisseur und die gefeierte Schauspielerin sich auf den Weg in das Dorf der jungen Frau, das zufällig in Panahis Heimatregion liegt, zu begeben.

Die Dorfbewohner freuen sich zunächst die Städter zu sehen, da sie hoffen, diese würden endlich ihre Strom- und Gasprobleme lösen. Als sich herausstellt, dass sie für den Film arbeiten, ziehen die meisten desinteressiert ab. Panahi wird höchstens noch gebeten die Vorhaut eines frisch beschnittenen Jungen an einem heiligen Ort in Teheran zu vergraben, damit aus dem Jungen was vernünftiges wird.

Nachdem sie Marziyehs Familie ausfindig gemacht haben, treffen unsere Protagonisten auf das dritte Gesicht. Der Zuschauer darf es allerdings nicht sehen. Es gehört der einst berühmten Schauspielerin Shahrazade, die nun geächtet am Rande des Dorfes lebt, da die Sing- und Tanzfilme der 70er, die sie mit geprägt hat, mittlerweile verpönt sind.

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19. Dezember 2018 | In Allgemein

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