“Underdog” (“Fehér Isten”) von Kornél Mundruczó


"Underdog" ("Féher Isten") von Kornél Mundruczó eröffnet das 24. FilmFestival Cottbus.

“Underdog” (“Féher Isten”) von Kornél Mundruczó eröffnet das 24. FilmFestival Cottbus.

Vom besten Freund zur Bestie

Hagen befindet sich auf einem Rachefeldzug. Zusammen mit seinen Weggefährten versetzt er die Bewohner von Ungarns Hauptstadt Budapest in Angst und Schrecken. Enttäuscht von Menschen, die sich als Helfer ausgaben und ihn dann misshandelten, führt er einen Aufstand an. Er wurde geschlagen, aufgeputscht, zum Morden gezwungen. Nun tut er das, was Menschen ihm beibrachten: Töten.

Hagen ist kein Mensch, sondern ein Hund. In “Underdog” (“Féher Isten“) von Kornél Mundruczó werden die Straßenhunde Budapests zu Freiheitskämpfern. Der Film bricht mit der alten Weisheit, der Hund sei der beste Freund des Menschen, indem “Underdog” zeigt, dass die Beziehung einseitig verläuft. Nur solange das Herrchen Freude am Tier hat, haben Hunde ein Dach über dem Kopf.

Ungarn hat ein Problem mit Straßenhunden, aber Schuld daran trägt alleine der Mensch. Mundruczó verdeutlicht das in extremer Weise. “Underdog” kommt nicht als auf Facebook verbreiteter PETA-Schockfilm daher. Er beginnt zwar im Schlachthof mit viel Blut und Innereien im Bild, ist aber vielmehr ein düsteres Horror-Drama in Hitchcocks “Die Vögel” Manier.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Hagen und seinem früheren Frauchen, dem Teenager Lili (Zsófia Psotta) erzählt. Die 13-jährige Lili ist gerade am Anfang einer sich als sehr launisch abzeichnenden Pubertät und wütend auf ihre Mutter, die sie über den Sommer zu ihrem Vater verfrachtet. Der mürrische Vater Dániel (Sándor Zsótér), ein ehemaliger Professor, arbeitet nach der Scheidung von Lilis Mutter in einem Schlachthof.

Dániel und Lili haben ein Bindungsproblem. Dass Dániel auch kein Fan von Hagen ist, der natürlich auch den Sommer bei ihm verbringen soll, erschwert die Annäherung zwischen Vater und Tochter. Als eine Nachbarin sich über Hagen beschwert, wird es Dániel zuviel. Denn hinzukommt, dass Hagen ein Mischling ist – wie die Straßenhunde Budapests. Für Mischlinge müssen Hundebesitzer in Ungarn eine zusätzliche Steuer zahlen, wozu Dániel nicht bereit ist. Er setzt Hagen aus und dessen Höllenritt beginnt. Lilis bester Freund verwandelt sich in eine Bestie.

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2 Kommentare zu ““Underdog” (“Fehér Isten”) von Kornél Mundruczó”

  1. denis sagt:

    Danke für den Hinweis bzgl. des Titels!
    Nun sitzt das Apostroph an der richtigen Stelle!

  2. zsuzsa jókay sagt:

    verbessern sie bitte den Titel auf “Fehér Isten” sonst ist er unverständlich.

    der film ist hart und ehrlich, genial gemacht!
    das Leben in Ungarn ist für Minderheiten und Intellektuellen,
    für Menschen mit Rückgrat einfach unerträglich.
    der Alltagsfaschismus, der Alltagshass was die Fidesz Regierung schürt und verbreitet,
    kann man hart genug darstellen. Niemand, der es nicht selbst ertragen muss und nicht täglich damit konfrontiert ist, kann das ertragen.

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