Mensch und Technik


Filmszene: "Cities" von Katja Pratschke und Gusztáv Hámos

Filmszene: "Cities" von Katja Pratschke und Gusztáv Hámos

Ästhetik. Soziales. Politik. Film und die Kunst als solche, sie verschmelzen Systeme der Betrachtung. Sie gehen über bloße Semantik hinaus, zerlegen und missachten im besten Fall Standards der Kommunikation und erschaffen Begrifflichkeiten, Inhalte und Hüllen, die kulturübergreifende Assoziationsräume ermöglichen. Und finden womöglich Antworten und Positionen, die in einer schnelllebigen Gesellschaft, die vom steten Fortschreiten der Produktions- und Verbreitungsweisen nicht selten überfordert ist, oft keinen Platz haben. Das Film-Kunst-Festival Rencontres Internationales, das jedes Jahr zwischen Berlin, Madrid und Paris pendelt, könnte man in diesem Sinne als eine Oase bezeichnen, in der sich Künstler niederlassen, um sowohl kritische als auch zukunftsorientierte Betrachtungen für eine Welt, die nicht selten geprägt ist von technokratischem Starrsinn, zu finden.

So eröffnet das Festival, das vom 25. bis 30. Juni im Haus der Kulturen der Welt stattfindet, unter dem Titel „Neue Fiktion“ mit einer iPhone App-Performance des Duo Jodi. Das Künstlerpaar hat eine App entwickelt, die die Bewegungen ihres Nutzers aufzeichnet und daraus eine Choreographie entstehen lässt. Die tägliche Interaktion und die Omnipräsenz technischer Geräte verschmelzen in dieser Performance zu einer Versuchsanordnung, die das menschliche Verhalten unter dem Einfluss von Technologie untersucht. In Anwesenheit der Künstler sind Besucher dazu eingeladen, die App in einer gemeinsamen Performance auszuprobieren.

Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Künstler ihre Arbeiten persönlich vorstellen, Cineasten erwartet eine Auswahl von 115 Werken aus Deutschland, Frankreich, Spanien und 48 weiteren Ländern, welche die Bilder unserer Zeit hinterfragen. In thematischen Screenings werden Filme von u. a. von Eija-Liisa Ahtila, Rosa Barba, François Bucher, Pedro Costa, Peter Downsbrough, Johan Grimonprez, Eleonore de Montesquiou, Sasha Pirker und Apichatpong Weerasethakul, der 2010 als erster thailändischer Filmemacher die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes erhielt, gezeigt.

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24. Juni 2013 | In Rencontres Internationales

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