Wunder gibt es immer wieder


"La vie d'Adèle" von Abdellatif Kechiche gewann in Calmes den Hauptpreis, die Goldene Palme. Adele Exarchopoulos und Lea Seydoux brillieren darin als lesbisches Paar. Foto: Filmfest München 2013

"La vie d'Adèle" von Abdellatif Kechiche gewann in Calmes den Hauptpreis, die Goldene Palme. Adele Exarchopoulos und Lea Seydoux brillieren darin als lesbisches Paar. Foto: Filmfest München 2013

Nicht der einzige Film, der Filmwoche, bei dem das Entdecken der eigenen Sexualität eine Rolle spielt. In dem großartigen „Blau ist eine warme Farbe“ von Abdellatif Kechiche bemerkt Adèle (Adele Exarchopoulos) schon mit Beginn der Pubertät, dass Jungs sie sexuell nicht interessieren und sie sich stattdessen zu Mädchen hingezogen fühlt. Ihre erste große Liebe, die ältere Studentin Emma (Lea Seydoux), zieht sie in ihren Bann und die beiden verlieben sich. Kechiche trifft mit seinem Werk, das beim Filmfestival in Cannes den Hauptpreis, die Goldene Palme, gewann, exakt den Nerv der Zeit. Er zeigt in seiner intimen Liebesgeschichte eine große Romanze – und die Widerstände dagegen, die aufkommen, weil die Beziehung homosexuell ist. Das Meisterwerk feiert seine Deutschland-Premiere auf der Franzöischen Filmwoche, bei der Regisseur Kechiche und die Schauspieler Adele Exarchopoulos und Jeremie Laheurte anwesend sein werden.

Überhaupt Cannes: Das Französische A-Festival, das mit unserer Berlinale und Venedig (hier unser Blog vom diesjähirgen Festival) in Konkurrenz um die besten Autorenfilme des Jahrgangs tritt, ist natürlich auch ein großes Thema bei der Berliner Leistungsschau. Dort eröffnete „Suzanne“ von Regisseurin Katell Quillévéré die Semaine de la critique, die wichtigste Nebenreihe. Auch sie stellt, samt ihrer Darsteller Adèle Haenel und François Damiens, ihr Familien-Drama in Berlin persönlich vor. Die Storyline von „Suzanne“ klingt nach Telenovela, doch Quillévéré erzählt die knapp 25 Jahre der Familiengeschichte in fast rasantem Tempo und in nur 90 Minuten. Im Zentrum steht die Titelheldin und junge Mutter Suzanne (Sara Forestier), die sich in den Kleingangster Nicolas verliebt und sich plötzlich zwischen ihm und dem Idyll der Familie entscheiden muss. Der Film kommt im April in die deutschen Kinos.

Genau wie „Das Geheimnis der Bäume“ von Luc Jacquet (u.a. „Die Reise der Pinguine„), „Belle & Sebastian„, „Jappeloup„, „Jasmine“ oder „Moliere auf dem Fahrrad“ von Regisseur Philippe le Guay, mit dem die französische Filmwoche ihr Programm am 11. Dezember im Kino International beschließt. Alle, die die Bandbreite und die manchmal beneidenswerte Qualität des französischen Kinos ergründen wollen, haben in dieser Woche die Möglichkeit sich ein kompaktes Bild über die besten Produktionen aus Frankreich zu verschaffen.

Die 13. Ausgabe der Französischen Filmwoche Berlin findet von 5. bis 11. Dezember 2013 statt. Das Programm, alle erwarteten Stargäste und alle Kinos finden sich auf der Homepage www.franzoesische-filmwoche.de.

Von 6. bis 11. Dezember 2013 zeigt das Kino Arsenal in Kooperation mit der Französischen Filmwoche eine Hommage an Catherine Deneuve, bei der die französische Schauspielerin am 6. Dezember, zur Eröffnung, anwesend sein wird, ehe sie einen Tag darauf mit dem Preis der Europäischen Filmakademie für ihr Lebenswerk geehrt wird, mehr hier.

DD

Als Teil der Französischen Filmwoche hat sich das Jugendfilmfestival Cinéfête etabliert. Mehr dazu auf der nächsten Seite…

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2. Dezember 2013 | In Cinéfête, Französische Filmwoche

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