Ein merkwürdiger Abend mit Pussy Riot, Rolf Eden und Femen


Bei der Cinema for Peace Gala 2014 traf Uma Thurman  im Konzerthaus auf Pussy Riot.  © BrauerPhotos, Sabine_Brauer

Bei der Cinema for Peace Gala 2014 traf Uma Thurman im Konzerthaus auf Pussy Riot. © BrauerPhotos, Sabine_Brauer

Pussy Riot sind eine tolle Band für junge Leute, aber die sollen lieber nur Musik machen und sich aus der Politik raushalten„, sagt Lebemann Rolf Eden auf dem Roten Teppich der Cinema for Peace Gala 2014 im Konzerthaus Berlin. „Ich finde politisches Engagement gut, aber ich würde meinen Körper dafür nicht einsetzen„, antwortet Germany’s Next Topmodel Barbara Meier auf die Frage, wie sie denn die Femen-Bewegung finde. Es zeichnet sich schon vor der Veranstaltung ab, dass dort zusammengebracht wird, was nicht unbedingt zusammen gehört.

Eigentlich geht es bei der alljährlichen Gala darum, Filme mit besonderem politischem Engagement auszuzeichnen. Zu Beginn wird im Saal dann auch ein Clip mit den Stars der letzten Jahre abgespielt, die auszeichneten oder ausgezeichnet wurden. Wie herum ist dann auch egal. George Clooney, Leonardo DiCaprio, Angelina Jolie und dazwischen ein bisschen Michail Gorbatschow. Skurrilerweise erscheint auf durch den im Raum verteilten Fernsehern immer wieder das Gesicht von Michael Schumacher. Nein, er lebt noch, man kann ein „Michael Schumacher Paket“ am Ende der Veranstaltung ersteigern.

Auf der Gala geht es auch ums Spendensammeln. Für humanitäre Projekte der Cinema for Peace Foundation, die sich seit Jahren für Projekte wie dem Wiederaufbau des Cinema Jenin oder auch der bosnischen Filmbibliothek engagiert. Gutes tun, während man am Rinderfilet knabbert. So wird der Sponsor Sante, ein Naturkosmetik-Hersteller, auch frenetisch beklatscht, als Schirmherr Jaka Bizilj verlauten lässt, dass sie auf Tierversuche verzichten. Dass viele der Damen im Pelz vorher über den Teppich huschten, egal. Vielleicht war es ja Kunstpelz.

Die Cinema for Peace Gala findet immer parallel zur Berlinale statt, ist aber nicht mit ihr verbunden. Was in der Vergangenheit auch ausdrücklich von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick betont wurde. Als diesjährige Ehrengäste der Gala wurden Uma Thurman, Catherine Deneuve, Christopher Lee und „der Mann der Wiedervereinigung“ Hans-Dietrich Genscher eingeladen. Moderatorinnen waren Collien Ulmen-Fernandes und Sabine Christiansen. Deneuve überreichte dem Enkel Nelson Mandelas, Kweku Mandela, den Special Honorary Award. Denn eigentlich stand der Abend im Zeichen vom kürzlich verstorbenen Nelson Mandela.

Lebemann Rolf Eden auf dem Roten Teppich der Cinema for Peace Gala 2014 im Konzerthaus Berlin. Foto: Laura Varriale

Lebemann Rolf Eden auf dem Roten Teppich der Cinema for Peace Gala 2014 im Konzerthaus Berlin. Foto: Laura Varriale

Aber auch irgendwie im Zeichen von 100 Jahre erster Weltkrieg, 75 Jahre zweiter Weltkrieg, 25 Jahre Mauerfall, Syrien und Pussy Riot. Mit den beiden Pussy Riot Sängerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina hatten die Veranstalter einen Mediencoup gelandet und ein Statement der beiden groß angekündigt. Als die Auszeichnung der wertvollsten Dokumentation des Jahres an die Reihe kam, war es endlich soweit und die beiden betraten für den Film „Pussy Riot: A Punk Prayer“ die Bühne. Zusammen mit allen anderen Nominierten. Denn es bekamen alle einen Preis. Doch da nur Pussy Riot groß angekündigt war, durfte auch nur Pussy Riot sprechen. Das große Statement belief sich dann auf wenige Worte. Sie bekräftigten noch einmal die Wichtigkeit von fairen Wahlen und Freiheit, was sie auf der vormittäglichen Pressekonferenz unter großer Medienaufmerksamkeit bereits verlauten ließen. Steve McQueen, der für „12 Years A Slave“ den Preis für den wertvollsten Film bekam, machte es am klügsten und sendete eine Videobotschaft aus Los Angeles.

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12. Februar 2014 | In Cinema For Peace

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