Zeigen, dass Italien nicht dem Klischee entspricht


Ein Festival, zwei Festivalleiter: Markus Meixner vom neuen COFFI – Italian Film & Art Festival.

Ein Festival, zwei Festivalleiter: Markus Meixner vom neuen COFFI – Italian Film & Art Festival.

Vom 22. bis 24. August feiert das COFFI – Italian Film & Art Festival seine Premiere in der Pankower Willner Brauerei. In unserem Interview zur ersten COFFI-Ausgabe gehen die beiden Festivalleiter Markus Meixner und Dominik Calzone auf das Programm und die Festival-Idee ein. Gleichzeitig rufen die Macher zur Unterstützung der Crowdfunding-Kampagne auf und erklären, wozu das Geld gebraucht wird und was passiert, wenn sie ihr Förderziel verfehlen.

Was erwartet das Publikum bei der ersten Ausgabe von COFFI?
Markus Meixner:
Wir empfangen das Publikum mit der Frage: Was ist Italien für euch? Ist es das glitzernde Meer, heißer Sand, Pizza und Pasta? Oder ist Italien viel mehr als das? Wir wollen die Zuschauer an einem Wochenende auf eine Reise durch die Kunst- und Kulturlandschaft dieses farbenfrohen Landes mitnehmen und die ganze Bandbreite zwischen Moderne und Tradition zeigen.
Dominik Calzone: Die Reise führt durch ein vielfältiges Programm italienischer Kreativität. Von Musik über Theater, Performances, Kunst, Gastronomie und Handwerk, wobei sie von dem Medium, das Elemente all dieser Künste vereint, umrahmt wird: dem Film. Tagsüber wird das Programm weitgehend kostenlos zugänglich sein, abends gibt es Special Events zu fairen Preisen. Eröffnet wird das COFFI – Italian Film & Art Festival mit einer Kino-Bootsfahrt auf der Spree. Dort zeigen wir den Film „La deutsche Vita„, eine unterhaltsame Dokumentation über in Berlin lebende Italiener.

Italien erfreut sich einer großen Filmhistorie. Aber gerade die neuen Produktionen schaffen es selten in die deutschen Kinos. Werke wie „La Grande Belezza“ sind die große Ausnahme. Woran liegt das?
Calzone:
Es ist in Deutschland sicherlich so, dass europäische Arthouse-Filme leider immer noch gegenüber den übermächtigen Hollywood-Blockbustern zurückstehen. Das liegt sicher u.a. auch an den Sehgewohnheiten der Zuschauer, die sich an das Mainstream-Kino gewöhnt haben. Hinzu kommt, dass das italienische Kino zurzeit sehr stark von seichten Komödien geprägt ist, die eher auf dem eigenen italienischen Markt funktionieren. Ich denke aber, dass bereits ein Umdenken einsetzt – gerade durch jüngere italienische Künstler wie Matteo Garrone oder eben Paolo Sorrentino.

Weiterlesen: Unsere Kritik „Die große Schönheit liegt im Detail zu „La Grande Belezza“.

Auf welche Filme darf sich euer Publikum freuen?
Meixner:
Es gibt Klassiker des italienischen Kinos wie „I brutti, sporchi e cattivi“ sowie etwas für die ganze Familie: „I soliti ignoti„. Weiter zeigen wir die beiden Kurzfilmprogramme „Nuovo percorsi – Neue Wege“ und „Sguardi D’autore – Autorenblick“ mit einer Auswahl an Filmen des diesjährigen COFFI-Festivals in Italien. Für die kleinen Gäste haben wir samstags die COFFI Kids-Shorts mit Filmen unseres italienischen Partnerfestivals Scratch aus Lecce. Am Sonntag zeigen wir eine „Special COFFI Selection“ mit Filmen von unseren Partnerfestivals (Guck mal Günther u.a.) und von experimentellen Künstlern wie Michele Tombollini oder Renzo+Fiore.

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12. August 2014 | In COFFI

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