dffb: Ein Drama in vielen Akten


Cosima M. Grohmann ist freie Journalistin und lebt in Berlin. Als Regie- und Produktionsassistentin hat sie bei diversen Filmproduktionen mitgewirkt, am Ende sogar einen eigenen Dokumentarfilm gedreht. Als Kritikerin aus der Ferne fühlt sie sich dem Kino näher, sie schreibt u.a. für fluter, die Berliner Zeitung und die Deutsche Presse Agentur.

Cosima M. Grohmann ist freie Journalistin und lebt in Berlin. Als Regie- und Produktions-Assistentin hat sie bei diversen Filmproduktionen mitgewirkt und einen eigenen Dokumentarfilm gedreht. Als Kritikerin aus der Ferne fühlt sie sich dem Kino näher, sie schreibt u.a. für fluter.de, die Berliner Zeitung und die Deutsche Presse Agentur.

Was bewegt und über welche Projekte spricht die Filmbranche? Wo wird gerade wieder einmal unter Protest ein traditionelles Programmkino geschlossen – und wie steht es um die deutsche Filmförderung und ihre wichtigsten Köpfe? In ihrer Kolumne Zurückgespult blickt Autorin Cosima M. Grohmann einmal im Monat zurück und schaut auf das, was passiert ist vor und hinter den Leinwänden.

Das Gerangel um den Chef-Posten der dffb: Ein Drama in vielen Akten

Die Eltern derjenigen Studenten, die an der dffb studieren, dürften dieser Tage mit stolzgeschwellter Brust herumlaufen. Schließlich mischen sich die Studierenden der Deutschen Film- und Fernsehakademie seit ein paar Wochen ganz aktiv in die Wahl ihres neuen Direktors ein: Einige Alumni blockierten beispielsweise kurzerhand die Aufzüge am Potsdamer Platz als Ralph Schwingel dort seinen kurzen Auftritt hatte – der Produzent („Gegen die Wand„, „Emmas Glück„) war nämlich von der Berliner Senatskanzlei zum neuen Direktor der dffb ernannt worden, nur um dann zu verkünden: „Hier hätte auch Jesus Christus keine Chance“. Und trat einige Tage nach seiner Berufung wieder zurück.

Später schrieben einige Alumni einen offenen Brief an Berlins regierenden Bürgermeister Michael Müller, in dem sie mehr Transparenz in dem seit Monaten undurchsichtigen und ihrer Meinung nach undemokratischen Auswahlverfahren forderten. Sie kritisieren außerdem, dass das Kuratorium lediglich von Vertretern der Industrie und Wirtschaft besetzt seien (besonders pikant: Auch Kirsten Niehuus (Medienboard Berlin-Brandenburg), Claudia Tronnier (ZDF-„Kleines Fernsehspiel“) und Claudia Nothelle (RBB) sind mit von der Partie und somit gefährlich nah an Förderinstutionen, die für Filme der dffb besonders wichtig sind.

Mein Vater jedenfalls beschwerte sich während meiner Unizeit ständig über mangelndes Engagement seitens der Studenten: „Ihr dürft euch nicht einfach irgendwas aufdrücken lassen“, predigte er, als es beispielsweise um die Einführung der Studiengebühren ging. Oder: „Ihr bestimmt, wie eure Uni aussieht, jetzt macht doch mal einen ordentlichen Sitzstreik!“ Aber weder die Sitzblockade noch der Gegenvorschlag die Kamerafrau Sophie Maintigneux für die Wahl zu berücksichtigen, führten bis jetzt zu einer sichtbaren Kehrtwende seitens der Staatskanzlei. Ein Schelm, wer da die Antwort auf die engagierten Altachtundsechziger im Ohr hat: „Protest? Das bringt doch eh nichts.“

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5. April 2015 | In Allgemein

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