Kleszczewska: "Manchmal braucht das Publikum eine Schock-Therapie"


Kamerakünstlerin Karina Kleszczewska auf dem Weg zu filmPolksa. Foto: Karina Kleszczewska

Kamerakünstlerin Karina Kleszczewska auf dem Weg zu filmPolksa. Foto: Karina Kleszczewska

Karina Kleszczewska gehört zu den wenigen Meisterinnen der Kamerakunst in Polen. FilmPolska hat ihr und Jolanta Dylewska dieses Jahr einen Schwerpunkt gewidmet. Ein Gespräch über die manchmal notwendigen Schock-Momente im polnischen Kino und über das Selbstverständnis einer Kamerakünstlerin.

„Wie schwierig ist es als Frau in einem Männerberuf“? – Wie oft hören sie diese Frage und nervt Sie das?
Karina Kleszczewska:
Ich spreche nicht gerne über dieses Thema, ich will nicht wie ein Opfer klingen. Es ist eben so. In der Filmbranche sind Kamerafrauen selten, auch oder besonders in Polen. Darüber nur zu reden, würde nichts ändern.

Was ist das größte Vorurteil, dem Kamerafrauen begegnen?
Dass man körperlich stark sein muss, um eine Kamera bedienen zu können. Das ist aber nicht so. Das Filmen ist vielmehr eine Frage der Vorstellungs- und nicht der Muskelkraft.

Ein weiteres Vorurteil ist, dass das Filmen ein sehr technischer Beruf ist.
Natürlich hat der Beruf als Kamerafrau viele technische Elemente. Aber ich selbst habe mich nie als Technikerin gesehen. Für mich war immer klar, dass ich Kunst machen möchte. Meine Arbeit habe ich immer kreativ verstanden.

Wie und warum haben Sie mit dem Filmen angefangen?
Als ich etwa neun Jahre alt war, habe ich eine Fotokamera von meinem Vater geschenkt bekommen. Seitdem wollte ich immer Fotografin werden. Früher konnte man aber in Polen Fotografie nicht alleine studieren. Also musste ich quasi zum Film. Ich habe es aber nie bereut.

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28. April 2016 | In filmPolska

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