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Köpfe hinter dem ifab: Festivalleiter Philipp Müller-Dorn und Annett Müller-Dorn (Festivalkoordination).

Köpfe hinter dem ifab: Festivalleiter Philipp Müller-Dorn und Annett Müller-Dorn (Festivalkoordination).

Am Mittwoch, den 3. September öffnet im filmkunst 66 das im letzten Jahr ins Leben gerufene ifab – International Film Awards Berlin zum zweiten Mal seine Pforten. Vor Beginn beantworteten die beiden Festival-Gründer Philipp Müller-Dorn (Festivalleiter) und Annett Müller-Dorn (Festivalkoordination) unsere Fragen. Erfahrt im Interview, was es mit Brandenburg Gate Award auf sich hat, wieso Spenden zum Festivalkonzept gehören und wie Kurzfilme Chancen eröffnen.

Das ifab hat sich „focus, damnit!“ auf die Fahnen geschrieben, weil man sich auf keine Genres oder Filmformate beschränken will. In Berlin finden jährlich über 50 Filmfestival statt – wie würdet ihr das Programm selbst definieren und einordnen?
Philipp Müller-Dorn:
Der Film steht beim ifab im Mittelpunkt – gutes Storytelling ist uns wichtig, die Filme müssen von der Geschichte her packen, egal ob mit einer Arriflex oder mit einer Handykamera gedreht.

Nach welchen Kriterien werden die Festivalfilme ausgewählt?
Philipp Müller-Dorn:
Ob Langfilm, Kurzfilm, Doku oder Animation – es muss eine gute und interessante Geschichte sein, wobei wir eben nicht vorgeben, was für eine Geschichte erzählt wird und auch keine thematischen Grenzen setzen. Ein Spielfilm sollte eine interessante Geschichte erzählen, die dramaturgisch gut umgesetzt ist. Er sollte ein solides Drehbuch mit realistischen Dialogen, gekonnte Kameraarbeit, handwerklich gute Beleuchtung, ein Schnitt der die Erzählstruktur der Geschichte unterstützt vorweisen – und nicht zu vergessen das Schauspiel der Akteure muss uns ebenfalls überzeugen.

Jede Vorführung beim ifab wird mit einem Kurzfilm eingeleitet. Wie habt ihr ausgewählt, welche Filme zusammen laufen sollen? Wie wichtig ist euch diese alte Tradition, die es heute nur noch selten gibt?
Annett Müller-Dorn:
Diese Tradition ist uns sehr wichtig und es wäre für viele Filmemacher sicherlich interessant und hilfreich, wenn sich diese Tradition wieder beleben lassen würde. Ein Kurzfilm ermöglicht es unerfahrenen Filmemachern sich auszuprobieren ohne eine Riesensumme Geld wie bei einem langen Film, auszugeben. Für junge RegisseurInnen, die einen Kurzfilm gemacht haben, ist es ansonsten schwierig, da es für Kurzfilme kaum einen Markt gibt.

Gibt es persönliche Film-Highlights, die ihr ins Programm mit aufnehmen konntet?
Philipp Müller-Dorn:
Wir möchten uns da nicht auf einen Film beschränken. Selbstverständlich sind alle Filme im ifab-Programm absolut sehenswert. Uns freut jedoch, dass wir diesmal mehrere deutsche Produktionen im Programm haben. Beispielsweise „With Love from Madagaskar“ oder Rosa von Praunheims Doku „Auf der Suche nach Heilern„.

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