„bestefreunde“ von Jonas Grosch und Carlos Val



bestefreunde“ greift Probleme auf, die jeder junge Großstädter kennt. Das zögerliche „Erwachsenwerden“, das Leben als Freelancer, Gentrifizierung und Geldnöte. Trotz der durchschimmernden „Arm aber sexy“-Mentalität, handelt es sich nicht um einen Berlin-Film, auch wenn Ortskenntnisse unbestritten Vorteile mit sich bringen. „bestefreunde“ verschafft viele Lacher. Zwar balanciert er an der Grenze zur Überzeichnung und -treibung, doch der Drahtseilakt gelingt.

Den Schwerpunkt legt der Film ganz klar: Der Zuschauer muss beobachten, wie eine ehemals unzertrennliche Freundschaft zugrunde geht. Die unbeschwerten Filmaufnahmen vergangener Reisen werden eingestreut als Kontrast zur schmerzlichen Gegenwart und unveränderlichen Realität. Mit einem flauen Gefühl im Magen, wird die Erinnerung an die eigenen verlorenen Freundschaften wach. Dabei überzeugen besonders Tina Amon Amonsen und Katharina Wackernagel in ihren schauspielerischen Leistungen, die den Zuschauer Vivian mit Traum von einer spießigen Durchschnittsfamilie verabscheuen und Mitgefühl mit der sturen, verzettelten Susi Q. empfinden lassen.

Jonas Grosch und Carlos Val gelingt ein Film, der Leiden und Leben so genannter kreativer Berliner abbilden will. Ein Film als schmerzlicher Erfahrungstrip, der beweist, dass der Slogan „bros before hoes“ zwar cool klingt, aber leider nicht allgemeingültig ist.

Cindy Böhme

bestefreunde„, Regie: Jonas Grosch und Carlos Val, DarstellerInnen: Katharina Wackernagel, Sebastian Schwarz, Tina Amon Amonsen, Niels Bormann, Robert Beyer, Maria Matschke, Thelma Buabeng, Doc Wenz, Robert Glatzeder, Sabine Wackernagel, Helmut Mooshammer, Bjarne Mädel, Kinostart: 26. Februar 2015, DVD-Start am 24. April 2015

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22. Februar 2015 | In Allgemein

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