“How Your Money Works” (Juli10)


Future Shorts LogoWie in jeder letzten Woche eines Monats, präsentieren wir gemeinsam mit dem Kurzfilmfestival Future Shorts deren Lieblings-Kurzfilm des Monats. Nach Elliot Dears Animation über den Musiker John Martyn, Grzegorz Muskalas „The Girl With The Yellow Stockings“ und dem eindringlichen Kurzfilm Ein Paar Millimeter“ (Sohrab Mohammad) zeigen wir euch im Juli „How Your Money Works“ vom Designerteam Musclebeaver.

Future Shorts-Organisator Benjamin Deiß über den Film: „Die Münchner Designformation Musclebeaver hat für die Kampagne „Bewusst investieren“ von Green City Energy einen Aufklärungsfilm produziert, der die Designbranche sowie die Laien des Fachs gleichermaßen in Euphorie versetzt. „How Your Money Works“ ist ein punktgenaues Animationsvideo, gespickt mit detailverliebten Illustrationen, wahnwitzigem Charme und einem Feuerwerk an gesellschaftskritischen Assoziationen.“

Ausserdem führten die Macher von Future Shorts ein kurzes, aber interessanteres Interview mit dem Team von Musclebeaver, die etwas über die Hintergründe des Projekts verrieten. Das möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Future Shorts: Wart ihr denn vertraut mit dem Thema „Grüne Geldanlagen“?
MB: Das Thema war Neuland für uns, wir fanden es auch erstmal sehr trocken. Man kann sich aber relativ gut im Netz darüber informieren, wie Banken die Gelder ihrer Kunden arbeiten lassen. Green City Energy hat uns dann auch noch mit Infos überschüttet. Bei der Entwicklung der Designs haben wir unserer Phantasie und unseren visuellen Assoziationen dann keine Grenzen gesetzt.

Future Shorts: Worin liegt denn der besondere Witz eures Videos?
MB: Den größten Spaß macht die Personifizierung des Geldes. Wir begleiten das Geld bei seiner Arbeit und tätscheln es, weil es brav macht, was wir wollen. Wir sehen auch das schöne zu Hause unseres Geldes, in der „Heilen Welt“-Ästhetik der 60er Jahre. Und natürlich hat unser Geld auch Sex, aber schön hinter geschlossene Fensterläden. Dann aber zeigen wir die perverse Wahrheit hinter all dem Idealismus, wieder mit unserem Geldschein in der Hauptrolle. Die zweite Hälfte des Videos ist der Schlüssel zur Kampagne.

Future Shorts: Was könnt ihr über euren mittlerweile einschlägigen Stil verraten, wie seit ihr bei diesem Video vorgegangen?
MB: Für die Green City Energy-Kampagne haben wir uns gewissermaßen der Ästhetik der „90er Jahre-Finanzillustrationen“ bedient…

Future Shorts: … Moment, was sind „90er Jahre-Finanzillustrationen“?
MB: (lachen)… Ja, den Begriff gibt es so nicht. Wenn man unser Video kennt, weiß man aber, was wir meinen. — Wir haben die Ilustrationen neu interpretiert und das Ganze mit Cartoonelementen und ein bisschen Origami gewürzt. Der Look, der dabei entstand, wirkt abgenutzt, weil Geld ja ständig im Fluss ist, durch zahlreiche Hände wandert. Im zweiten Schritt ging es darum, dem Geld über visuelle Details, Sympathie oder negative Assoziationen von Gewalt und Skrupellosigkeit zu verleihen. Dabei spielen die Hintergrund-Szenarien, die wir für das jeweilige Thema entworfen haben, eine entscheidende Rolle. Der genaue Beobachter wird hier einige Überraschungen finden.

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28. Juli 2010 | In Future Shorts