Wieso eigentlich … Rücksichtnahme?


"Mineral Water": Diese Werbung für ein Mineralwasser aus Litauen fällt auf: Wild, frech, laut, dreckig. Trash!

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Da wir Menschen Gemeinwesen sind, ist es unabdingbar, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Ja, es ist auf lange Sicht sogar überlebenswichtig, sich nicht nur alleine durch die Welt zu schlagen und eben auf seine Umwelt acht zu geben. Dann macht diese genau das auch mit einem selbst. Schon im Strassenverkehr ist das durch den ersten Artikel der Strassenverkehrsordnung geregelt – Gegenseitige Ruecksichtnahme! Man stelle sich nur die Ankunft von vier Automobilen an einer gleichrangigen Kreuzung vor … Gut, den heutigen gesellschaftlichen Massstäben geschuldet, müsste der mit dem dicksten Auto auch als erster fahren. Doch leider kann man in solchen Faellen nicht ermitteln, ob das dicke Auto auch schon bezahlt ist – dann wäre es nur Mittel zum Zweck und das vermeintliche Vorfahrtsrecht qua Statussymbol ein erschlichenes Recht auf Vorfahrt. Sitzt dann auch an einem Steuer eine lesbische, schwarze Behinderte, oder eine andere vermeintliche Randgruppenerscheinung, wird die Vorfahrtslage und so die Rücksichtnahme für manch einen noch diffiziler.

An dieser Stelle ein großes Lob an den Kreisverkehr! Alles was da von links angerollt kommt, muss man ziehen lassen – ob nun Ente oder S-Tonne. Auch in anderen rechtlichen Manifsten ist das mit der Rücksichtnahme tendenziell gehandhabt und weist stets den Anstoss zu einem idealen Zusammenleben auf. Was dann im Einzelnen in der Lebenswelt unwürdig ist oder nicht, entscheiden dann nicht immer freie und objektiv handelnde Menschen. So liegt dann wieder das Kreuzungsproblem vor und man wünscht sich doch in einigen Lebenslagen den Kreisverkehr. Machmal ist es auch nötig keine Rücksicht zu nehmen, gerade wenn man höheren Interessen dient. Das ist dann z.B. das Gemeinwohl, was dann allerdings auch wieder eine Frage der Definition ist. Ein Whistleblower kann aus Sicht der herrschenden Klasse nicht gerade rücksichtsvoll in Bezug auf seine Nation gehandelt haben, in Hinblick auf die weltweite Wertegemeinschaft allerdings mehr als nur rücksichtsvoll! Das also frech weiter kommt, kann auch positiv gewertet werden. Welche positiv zu sehenden Beispiele es noch gibt, zeigen im Oktober die Shorts Attacks dreimalig in Berlin – und natürlich auch im Rest der Republik der Rücksichtnahme.

Sven Bruelke

Shorts Attack im Oktober 2013 4. Oktober Babylon Mitte, 9. Oktober Acud Kino, 20. Oktober Thalia Kino Potsdam, 31. Oktober Kino Zukunft

1. Oktober 2013 | In Allgemein

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