Der Film ist der Schlusspunkt


Der Mann hinter der Erfolgsserie "Stromberg": Ralf Husmann. Foto: Brainpool/Willi Weber.

Der Mann hinter der Erfolgsserie „Stromberg“: Ralf Husmann. Foto: Brainpool/Willi Weber.

Der Kinofilm als krönender Abschluss seiner erfolgreichen Fernsehserie – „Stromberg„-Mastermind, Produzent und Autor Ralf Husmann im Interview über „seine“ Serie, das erfolgreiche Crowdfunding (bzw. Crowdinvest) und das Ziel mindestens eine Million Zuschauer ins Kino zu locken, seinen Humor und wie viel von Bernd Stromberg in ihm selbst steckt.

Herr Husmann, Sie sind der Headwriter und Produzent von „Stromberg„, also quasi das Hirn der Serie…
Ralf Husmann (lacht):
Ich habe aus allen Stars gemacht. Stars, die mittlerweile sogar Bücher schreiben. Früher haben die nicht mal ein Kochbuch geschrieben, jetzt sind alle Konkurrenten für mich als Autor. Deshalb werde ich mich in Zukunft auch mehr vor der Kamera engagieren. Mal kucken, wer am Ende die Nase vorne hat. Es kann nicht sein, dass immer alles auf meinem Rücken ausgetragen wird und mir die Schauspieler am Ende noch die Tantiemen für das Buch streitig machen. Ich habe die Grundlage für den Erfolg gelegt.

Spaß beiseite, jetzt wollen Sie mit „Stromberg“ das Kino erobern. Was dürfen die Zuschauer erwarten?
Husmann:
Wir machen etwas im deutschen Kino, was es nicht oft gibt. Wir sind keine Romantic Comedy, kein Parodieformat wie „Der Schuh des Manitu“ oder „(T)Raumschiff Surprise„, keine massenkompatible Familienunterhaltung wie „7 Zwerge„. Wir bewegen uns irgendwo dazwischen und versuchen trotzdem unterhaltsam und lustig zu sein. Wenn man da rausgeht, hat man das Gefühl unterhalten worden zu sein und trotzdem ging es um etwas. Das ist die Idee dahinter.

Was würden Sie als Stromberg tun?
Husmann:
Ich mag an der Figur, dass sie Luft aus aufgeblähten Sachen lassen kann. Ich bin häufig auf Kongresse und Management-Events eingeladen, wo ich nur sitze und mich wundere, was es alles gibt. Manager, die in eben solche Hotels fahren, in denen wir auch gedreht haben. Wo dann über Hindernisparcours gerannt wird, um den Teamgeist zu stärken. Ich weiß, wie der Bernd (Stromberg) darauf reagieren würde. Er würde sagen, was das für einen hohen Bullshitfaktor hat. Zu 80 Prozent ist das Blödsinn, aber eine riesige Industrie lebt mittlerweile davon, Büros zu pimpen, zu sagen: Das Meetings besser im Stehen abgehalten werden oder alle von Zuhause aus arbeiten zu lassen, bis drei Jahre später ein anderer kommt und sagt, dass jeder pünktlich die Stechuhr stechen muss. So was ist super für Bernd. Der sagt erstmal, dass das Rad immer noch nicht neu erfunden wurde. Alles was man ihm an neuen Moden auftischt, hält er erst mal für Blödsinn. Der Bernd vertritt zu weiten Teilen meine Grundhaltung.

Serien haben, gerade wie Sie sie mit „Stromberg“ denken, dem Kino einiges voraus, gerade wenn man an Figurenzeichnungen denkt. Warum war es Ihnen wichtig einen Kinofilm zu machen?
Husmann:
Mit den Mitteln des Fernsehens hätten wir die Capitol nie verlassen können. Einen Ausflug über zwei Folgen zu erzählen, in denen die Belegschaft aufs Land fährt, wäre nicht machbar. Da ist der Aufwand zu groß für den Rahmen der Serie. Was die Figurenentwicklung angeht stimmt das: In zehn Folgen kann man eine Figur erklären, dafür kann ich an bestimmten Stellen den Kosmos nicht verlassen. So lernen wir eine Seite kennen, die wir bisher noch nie gesehen haben. Es ist gut, das als Schlusspunkt des Formats zu erzählen. Wir zeigen mit 500 Komparsen die Welt hinter der Capitol-Filiale. Wir haben in Staffel 4 die erbärmliche Seite der Capitol in Finsdorf kennen gelernt und jetzt zeigen wir die andere Seite. Das Kino bietet Möglichkeiten, die das Fernsehen nicht hat. Ich war froh beides machen zu dürfen.

Die Figur Stromberg nicht zwingend, aber die Serie ist damit zu Ende erzählt, oder?
Husmann:
Ja. Wir kehren nicht noch einmal in die Capitol zurück und erzählen dort weiter. Das war allen Beteiligten klar. Der Film ist der Schlusspunkt des Formats.

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22. Februar 2014 | In Allgemein

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