Wunder gibt es immer wieder


Guillaume Galliene (mitte) stürmte mit seinem autobiographischen Debüt "Maman und ich" an die Spitze der Französischen Kino-Charts und feiert seine Deutschland-Premiere auf der Französischen Filmwoche in Berlin. (c) Concorde

Guillaume Galliene (mitte) stürmte mit seinem autobiographischen Debüt "Maman und ich" an die Spitze der Französischen Kino-Charts und feiert seine Deutschland-Premiere auf der Französischen Filmwoche in Berlin. (c) Concorde

Über 9 Millionen Deutsche wollten 2012 „Ziemlich beste Freunde“ sehen, ein Kinowunder und zwar nicht nur eines auf der Leinwand, sondern auch an den Kinokassen. Insgesamt sahen im letzten Jahr über 15 Millionen Zuschauer hierzulande die 75 Werke der französischen Nachbarn. Ein Erfolg, der nicht leicht zu wiederholen ist, wie ein Blick auf die aktuellen Kino-Jahrescharts erahnen lässt. Wobei das Wiederholen dort das große Thema zu sein scheint. Hinter Tarantinos „Django Unchained“ reihen sich derzeit die Gelddruckmaschinen „Ich – Einfach unverbesserlich 2“ (Platz 2), „Hangover 3“ (Platz 4), „Fast & Furios 6“ (Platz 5), „Kokowääh 2“ (Platz 6), „Die Schlümpfe 2“ (Platz 8 ) und „Iron Man 3“ (Platz 10). Schade eigentlich, denn sowohl das einheimische, als auch das internationale Kino hat so viel mehr zu bieten, als diese ewigen Reproduktionen. Auch Frankreichs Kino konnte in diesem Jahr nicht wie gewohnt auftrumpfen, einzig Jérôme Enricos „Paulette“ ragte bisher heraus. Doch das könnte sich in den nächsten Wochen und Monaten wieder ändern.

Gerade Frankreich, wo die Brüder Lumière Ende des 19. Jahrhunderts Bewegung in die Bilder brachten und das Kino erfanden, schützt seine siebte Kunst wie „Ein Nationalgut“ (Andeas Busche im Fluter) und verteidigt sie mit Zähnen und Klauen oder um genauer zu sein: Durch konsequente staatliche Förderung und durch rigorose Regeln für die Verleiher. Das Ergebnis sind große und kleine Meisterwerke, wovon sich die Berliner ab Donnerstag, den 5. Dezember, auf der 13. Französischen Filmwoche vergewissern können. Viele der Protagonisten stellen ihre Werke sogar persönlich vor. Den Auftakt machen Regisseur Cédric Klapisch und sein Hauptdarsteller Romain Duris mit „Beziehungsweise New York„, dem dritten Teil der „L’ auberge espagnole„-Reihe. Die mit dem Ausflug nach New York beweisen will, dass in Frankreich auch brauchbare Fortsetzungen entstehen.

Ob die Leistungsschau der französischen Filmindustrie wieder eine ähnliche Filmperle wie 2011 „Ziemlich beste Freunde„, der seinerzeit ebenda seine Berlin-Premiere feierte, zu bieten hat? Kandidaten gibt es manche! Gerade letzte Woche setzte sich die bitterböse Coming-Of-Age-Komödie „Maman und ich“ aus dem Stand an die Spitze der französischen Kinocharts. Das Debüt (!) von Regisseur Guillaume Gallienne, der sich in seinem sicherlich autobiographisch gefärbten Werk auch gleich selbst mit der Hauptrolle bedachte, kommt erst im Juni 2014 in die deutschen Kinos. Der Film erzählt feinfühlig, tragisch und doch meistens sehr amüsant über die Suche Guillaumes nach seinem Platz in der Welt, nach der ihm zugewiesenen Geschlechterrolle und nach seinem Weg zum Glück.

Hier der Trailer zum Film…

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2. Dezember 2013 | In Cinéfête, Französische Filmwoche

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