15. filmPOLSKA (27.8. – 2.9.) ist 2020 ein hybrides Filmfestival


Vier Monate später als ursprünglich geplant findet das filmPOLSKA 2020 als hybrides Festival statt © filmPOLSKA

Auch das filmPOLSKA trotzt der Corona-Pandemie und findet nun vom 27.8. bis 2.9. statt – und das bereits zm 15. Mal. Dabei setzen die Veranstalter*innen auf eine Mischung aus analog und digital: Die Festivalfilme des 15. filmPOLSKA-Ausgabe werden sowohl in- als auch outdoor gezeigt – und sie werden sowohl auf der Leinwand als auch im Netz zu sehen sein. Das Programm ist dabei vielfältig wie gewohnt, wenn auch im Umfang etwas reduzierter. So konzentriert sich das größte polnische Filmfestival in Deutschland, das seit 2006 vom Polnischen Institut Berlin veranstaltet wird, 2020 besonders auf den filmischen Nachwuchs und auf den Dokumentarfilm, „der aktueller als ein Spielfilm die gesellschaftlichen Prozesse und die derzeitige Situation im Land widerzuspiegeln vermag“.

Zur Eröffnung des Festivals wird der vielfach ausgezeichnete „Corpus Christi“ (OT: „Boże Ciało„) von Jan Komasa (poln. OmdU) gezeigt, der polnische Oscarbeitrag 2020.

Weiterlesen: Hier geht es zu unserer Langkritik von „Corpus Christi“ von Teresa Vena.

Im diesjährigen Wettbewerb sind sieben Werke junger Filmregisseur*innen zu sehen – vom Drama über Science-Fiction und Doku-Thriller bis hin zu einem Filmessay. Darunter befindet sich auch „All for my mother“ (OT: „Wszystko dla mojej matki„) von Małgorzata Imielska, der die Adoleszenzgeschichte einer jungen Frau erzählt, die in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen lebt.

Weiterlesen: Stefanie Borowsky hat „All for my mother“ 2019 in Cottbus gesehen. Lest hier ihre Langkritik.

Neben dem Wettbewerb gibt es einen historischen Schwerpunkt anlässlich des 40. Jahrestages der Entstehung der Solidarność – mit einem Dokumentarfilm über die Frauen in der Bewegung und Andrzej Wajdas „Der Mann aus Eisen“. Mit „Die Aufseherin. Der Fall Johanna Langefeld“ von Władysław Jurkow und Gerburg Rohde-Dahl wird außerdem ein Film über die NS-Vergangenheit gezeigt, der die Geschichte einer KZ-Aufseherin, die von ihren polnischen weiblichen Opfern gerettet wurde, zum Thema hat. Im Anschluss findet eine Online-Diskussion in der Topographie des Terrors statt. Auch Konzerte sowie Lichtinstallationen an der Brotfabrik Berlin, Bundesplatz-Kino Berlin, fsk Kino und im Wolf Kino sind geplant. Den Abschluss bildet wie gewohnt die „Night of Shorts“ am 2.9. im Freiluftkino Insel im Cassiopeia, bei der Kurzfilme gezeigt und die von der aus Marjorie Bendeck, Barbara Wurm und Oliver Spatz bestehenden Jury gekürten Gewinner*innen des Wettbewerbs bekannt gegeben werden.

Marie Ketzscher

Die 15. Ausgabe von filmPOLSKA findet vom 27.8. – 2.9.2020 in Brotfabrik Berlin, Bundesplatz-Kino Berlin, fsk Kino, im Freiluftkino Kreuzberg, der Topographie des Terrors und im Wolf Kino statt.

26. August 2020 | In filmPolska

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