„Alles für meine Mutter“ (OT: „Wszystko dla mojej matki“) von Małgorzata Imielska


In „Alles für meine Mutter“ erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Małgorzata Imielska mit durchweg hervorragenden Darsteller*innen die tief bewegende, bedrückende und vor allem wegen einiger gewalttätiger Szenen teils schwer zu ertragende Geschichte von Ola, die noch lange nachhallt.
Die tief verzweifelte junge Frau, die außer in manchen Momenten bei der Therapeutin Iza (Katarzyna Wajda), nirgends Halt findet und von Menschen, die ihr helfen müssten, sehr schlecht behandelt wird, bleibt im Gedächtnis. Das in kühlen Farben gehaltene Szenenbild verstärkt den beklemmenden Eindruck und lässt die emotionale Kälte, die Ola erlebt, fast am eigenen Körper spürbar werden.

Sowohl Zofia Domaliks Spiel als auch das Drehbuch und die differenzierte Figurenzeichnung wirken so authentisch und glaubwürdig, dass man streckenweise den Eindruck bekommt, einer Dokumentation zuzuschauen. Małgorzata Imielska drehte bisher vor allem Dokumentarfilme und außerdem TV-Serien. Imielskas jahrelange Erfahrungen als Dokumentarfilmerin merkt man dem bis ins Detail sehr genau inszenierten und realistisch anmutenden Film an.

2019 war Imielska beim wichtigsten polnischen Filmfestival, dem Gdynia Film Festival, mit „Alles für meine Mutter“ für den Goldenen Löwen, die Auszeichnung für den Besten Film, nominiert. Beim selben Festival gewann die Hauptdarstellerin Zofia Domalik, die bisher in polnischen TV-Serien spielte und in „Alles für meine Mutter“ in ihrer ersten Hauptrolle in einem Spielfilm zu sehen ist, den Preis für das beste Schauspieldebüt – zu Recht.

Stefanie Borowsky

Alles für meine Mutter“ (OT: „Wszystko dla mojej matki„), Regie: Małgorzata Imielska; DarstellerInnen: Zofia Domalik, Malwina Laska, Maria Sobocińska, Katarzyna Wajda, Dobromir Dymecki

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12. November 2019 | In FilmFestival Cottbus

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