„Personal Shopper“ von Olivier Assayas



Mit „Personal Shopper“ ist Olivier Assayas eine originelle Genre-Mischung aus moderner Geistergeschichte, Psychothriller und Drama gelungen. Der Film hat seine Längen, etwa, wenn der Zuschauer dem Chat zwischen Maureen und dem Unbekannten folgt und minutenlang nichts als den Smartphone-Bildschirm zu sehen bekommt. Zudem ahnt man bald, wer der Absender der Nachrichten ist. Ob die leerstehende alte Villa, in der Lewis lebte, und die Inszenierung der Geistererscheinungen Grusel hervorrufen, bleibt dem geneigten Zuschauer überlassen. Überzeugend ist jedoch Kristen Stewarts vielschichtige schauspielerische Leistung in „Personal Shopper„. Ihre Maureen vereint Stärke und Schwäche, Mut und Sanftmut, Härte und Anmut.

Nach „Die Wolken von Sils Maria“ ist „Personal Shopper“ die zweite Zusammenarbeit des französischen Regisseurs Olivier Assayas mit „Twilight„-Star Kristen Stewart. Der Film feierte seine Weltpremiere beim diesjährigen Filmfestival in Cannes – und wurde von Teilen des Publikums ausgebuht – und doch gewann Assayas den Preis für die beste Regie. Beim Oaxaca FilmFest wurde Kristen Stewart als beste Schauspielerin ausgezeichnet. „Personal Shopper“ wurde außerdem bereits beim Toronto International Film Festival und beim New York Film Festival gezeigt.

Olivier Assayas legt mit „Personal Shopper“ einen Genre-Mix vor, der vor allem von dem herausragenden, vielfältigen Spiel der Hauptdarstellerin Kristen Stewart getragen wird und sicher sein Publikum finden wird.

Stefanie Borowsky

Personal Shopper„, Regie: Olivier Assayas; Darsteller: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Sigrid Bouaziz, Nora von Waldstätten, Anders Danielsen Lie, Ty Olwin, Hammou Graїa, Benjamin Biolay; Kinostart: 19. Januar 2017

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18. Januar 2017 | In Französische Filmwoche

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