Kurzfilm im Fahrpreis inbegriffen


"Buenos Aires - Inception Park": Die Achterbahn mitten in der Stadt. Foto: Black Sheep Films

"Buenos Aires - Inception Park": Die Achterbahn mitten in der Stadt. Foto: Black Sheep Films

Der moderne Mensch ist im direkten Dialog kein Kommunikationsgarant mehr. Man sieht das täglich in der U-Bahn. In Berlin fahren knapp 1,5 Millionen Menschen täglich mit ihr. Handys, Zeitungen und Köpfhörer dominieren das Bild. Ab und an mal ein Buch. Gruppen, die sich kennen, unterhalten sich. Der Rest schweigt. Früher war das mal anders. Da stolperte man versehntlich über einen Fuß und wurde daraufhin in ein Gespräch verwickelt. Drei, vier Stationen Unterhaltung. Mal gut, mal schlecht. Heute schaut man vielleicht kurz auf. Informationsübermittlung funktioniert in diesem Kosmos entweder über den heimlichen Blick in die fremde Zeitung und das iPhone. Dazu kommen über 3,800 Bildschirme, die einem Nachrichten, Kulturtipps und auch allerlei unnützte Werbung aufdrängen. Man zahlt für all das 2,40 Euro pro Fahrt.

Vom 6. bis zum 18. September wird das hoffentlich anders sein. Das Kurzfilmfestival Going Underground füllt das U-Bahn-Fernsehen zum zehnten Mal mit ansprechenden Bilderwelten. 783 Kurzfilme wurden in diesem Jahr beim Festival eingereicht. 26 davon werden in der U-Bahn zu sehen sein. Und nicht nur in Berlin. Das Festival findet zeitgleich auf 6.100 Monitoren in der Seouler U-Bahn statt. 4,2 Millionen Menschen können so über die Kurzfilme abstimmen. Über den besten Film, 20 werden im Wettbewerb stehen, kann zeitgleich auf der Homepage das Festivals entschieden werden. So auch über „Buenos Aires – Inception Park“ von Fernando Livschitz, der mit deutlichen Referenzen an Christopher Nolan arbeitet und eine Achterbahn, Riesenschaukeln und anderes Kirmesgefährt in die Straßen von Buenos Aires bringt.

Im Festivalzeitraum werden in den Going Underground-Sendeschleifen pro Tag jeweils vier Wettbewerbsfilme vorgestellt und während der Underground Hours wird das „Berliner Fenster“ zweimal täglich für jeweils eine Stunde zum fahrenden Kino, hier werden alle Festivalbeiträge kompakt präsentiert. Ohne Werbung und ohne Nachrichten. In den Underground Nights am 14. und 15. sowie 15. und 16. September werden alle nominierten Kurzfilme nonstop die ganze Nacht gezeigt. Den Filmen muss dabei das Kunststück gelingen, nur mit der Bildsprache zu faszinieren.

Martin Daßinnies

Programm

6. bis 11. September: Going Underground Classics – Highlights aus den letzten neun Festivals.

12. bis 18. September: Wettbewerb – Die Festivalfilme laufen in der Berlin U-Bahn und in der Seouler Metro.

27. September, 20 Uhr – Preisverleihung im Babylon Mitte, Tickets Preisverleihung inkl. Getränke & Buffet: 15 Euro im VVK; Tel.: 24 25 969 und an allen Theaterkassen

Abstimmen unter www.goingunderground.de

3. September 2012 | In Going Underground

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