Filmische Impressionen des polnischen Lebens in Deutschland


Szene aus "Das ist Polen".

Szene aus „Das ist Polen“.

Der AckerStadtPalast, der durch einen Hinterhof, in dem sich zusammengewürfelte Sitzgelegenheiten, eine riesige Kastanie und ein alter Schuppen, dessen Dach auch noch als Lagerraum dient, betreten wird, wirkt zwischen sanierten Altbauten und hippen Geschäften wie eine Insel im Meer von Mitte. Hier, in einem kleinen Kinosaal mit Holzbänken, wird also das „polnische Leben in Deutschland“ anhand von vier Kurzfilmen gezeigt. Sie sind sozusagen ein Best-of des Kurzfilmwettbewerbs „Portret}Polonia“, der im ostbrandenburgischen Schloss Trebnitz stattfand und sich zum Ziel gesetzt hat, die Vielfalt polnischer Migranten in Deutschland zu umreißen. Die vier Dokumentationen sind im Rahmen von filmPOLSKA zu sehen.

Der erste Eindruck ist vielversprechend. Aber wie das halt so ist, spielt die Technik zu Beginn nicht mit. Der erste Kurzfilm „Das ist Polen“ / „To jest Polska“ von „JAMFcuts“ (Mirosław Balonis, Angelika Herta, Filip Jacobson, Jutta Riedel) wird anfangs in erhöhter Geschwindigkeit und zu laut abgespielt – wobei manch einer behaupten könnte, das sei doch normal bei der polnischen Sprache. Als es auch nach dem dritten Versuch noch nicht richtig funktioniert, wird eine Pause eingelegt, um den technischen Fehler zu beheben. Mit 45 Minuten Verspätung fängt die Vorstellung endlich an. Man kann sich bei diesem Film nicht sicher sein, was nun ernst gemeint ist, was ironisch: Die Grenzen zwischen Klischee und Realität verschwimmen fortlaufend. Mit viel Humor und Ironie erzählt Mirosław Balonis, der „Migrant des Jahres 2013“, von seinem Leben in Deutschland. Zum Geschäftsmann hat er sich durchs Monopoly spielen ausgebildet, als Vermittler zwischen Polen und Deutschen bringt er polnische Priester in deutsche Gottesdienste. Was von dem stimmt, das hier erzählt wird, bleibt dem Zuschauer überlassen. Deutlich wird jedoch, dass Stereotype auf die Schippe genommen werden.

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25. April 2014 | In filmPolska

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